Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

IV. Materia mediea und Toxikologie. 
dung dieses Mittels etwas fettes Oel oder Eutter in den Mund 
zu nehmen, um die Zähne ‚vor der Säure ‚zu schützen. Das 
Frühere, durch eigenthümliche Reizbarkeit des- Schlundes oder 
durch oben in der Luftröhre verdichteten Schleim bedingte, sel- 
ten mit Brechen verbundene Würgen, das Vieltrinker gewöhn- 
lich belästigt, blieb nach Abgewöhnung des Branntweins ganz 
weg. [v. Froriep’s Notizen, Nr, 114.} (K—e.) 
27%. Alaun gegen Zalınweh empfiehlt Kuny. Man 
bringt 2 Gran gepulverten Alaun in die Möhle des cariösen Zah- 
nes, worauf die Schmerzen in kurzer Zeit aufhören. Kehren 
sie wieder, so wird das Mittel wiederholt. Auch das KFort- 
schreiten der cariösen Zerstörung soll der Alaun verhindern. 
[The luncet, Jan, 28, 1832.] (H—1.) 
28. Animalischer Magnetismus gegen Cholera; 
von Dr. FERRAND DE MiıssoLEs. Durch Zufall entdeckte F. die 
Wirkung des Magnetismus in der Cholera, indem er einem 
26jährigen, robusten Mädchen, das von der Choleraerstarrung 
ergriffen war, mit dem Daumen die Herzgrube drückte.‘ Nach- 
dem dieser Druck 10 Minuten fortgesetzt worden war, hebt sich 
die Brust der Kranken und die Herzschläge werden deutlicher; 
nach 15 Minuten langem Drucke beginnt die blaue Färbung des 
Gesichtes zu verschwinden. Nach einer halben Stunde legte F. 
die flache Hand auf die Magengegend und machte kleine Touren, 
die der Kranken wohlthun und sie nach einer Viertelstunde in 
einen magnetischen Schlaf versetzen. In diesem verlangt sie, 
dass man ihr Blut lasse, doch da der Puls klein ist, wird ihre 
Bitte nicht erfüllt. Nach einer Viertelstunde erwacht sie in 
jeder Hinsicht besser; nur Kopfschmerz ist noch vorhanden und 
Kälte der Arme. Ein Infus. menth. mit Laud. liqg. S$. und Ae- 
ther sulph., das gleich Anfangs gebraucht worden, wird fort- 
gesetzt. Nach 20 Minuten stellt sich eine starke Reaction ein, 
und nun wird ein starker Aderlass gemacht, während dessen 
die Kranke in Ohnmacht fällt. Nach der Ohnmacht finden sich 
wieder Krämpfe und Vomituritionen ein. F. versetzt die Kranke 
wiederum in einen magnetischen Schlaf, in welchem sie einen 
nochmaligen Aderlass fordert, der auch gemacht, und während 
dessen sie wieder in Ohnmacht fällt. Aus dieser erwacht sie in 
einem guten Zustande. Zwei Crisen, eine des Abends 9 Uhr, 
die andere des Morgens ” Uhr, die sie im Schlafe verkündigt 
hatte, traten richtig ein. ı + die Crisen bestanden, ist nicht 
gesagt.) Die Kranke is‘ hergestellt. [Gazette me- 
dicale de Paris, tom. ı. Journ, special du cholera- 
morbus, 5. Avr. 1832.] (H—1.) 
29. Ueber den Gebrauch des oxydirten Stickr 
gases in der Cholera; vom Kreis- Apotheker STEeLLER in 
Colkiew in Galizien. Die Ansicht, dass Mangel an Sauerstoff 
die Cholera begründe, hat neuerlich mehrere Anhänger gefun- 
den. — Da nun der erste Anblick von Cholerakranken an Per-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.