Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

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IV. Materia medica und Toxikologie, 
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keiner besonderen: Erwähnung. Auch hatte wohl die diäte- 
tische Pflege hierbei einen sehr wesentlichen Einfluss. Die 
Kranken mussten sich nämlich sowohl während, als nach der 
Cur allen Einflüssen zu entziehen suchen, die auf irgend eine 
Weise zur Entstehung, Unterhaltung und Verschlimmerung des 
Uebels beitragen konnten. Mancher Kranke musste seine Be- 
schäftigung mit einer andern vertauschen, Diät und Lebensweise 
ganz umändern und vorzüglich spirituöse Getränke sorgfältig 
meiden. Unfehlbar waren die zugleich benutzten äusseren 
Mittel: Waschungen, Bäder, Douchen, Dämpfe u. s. w. auf das 
Gelingen der UCur oft von grossem Einfluss, ja selbst die vor- 
her verordneten, obwohl zur dauerhaften Heilung nicht hin- 
reichenden, verschiedenartigen anderen Mittel dürften wohl oft 
auf die spätere Heilung durch Arsenik und Kanthariden von 
Wichtigkeit gewesen seyn. [von Gräfe’s und von Walther’s 
Journal der Chirurgie und Augenheilk., Bd. XVII, Hft, 2. 
S. 263 — 305.] (K— ee.) 
26. Schwefelsäure zur Abgewöhnung der Trunk- 
sucht. Dies zuerst in Amerika erprobte Mittel hat sich neuer- 
lich auch in Deutschland bewährt. Ein durch dasselbe geheilter 
Trinker theilt im allgemeinen Anzeiger Folgendes hierüber mit: 
Er nahm fast 4 Wochen in jedem, etwa 10 Quentchen halten- 
den, Glase Branntwein gegen 20 Tropfen Acid. sulph. dilut, 
Pharm. Boruss. und bemerkte während des Gebrauches der 
Schwefelsäure in so reichlicher Gabe nichts, als nach dem 3, 
oder 4, so gesäuerten Glase Schnaps ein ein- oder zweimaliges 
Aufstossen einer geringen Menge einer sehr schaumigen, sauren 
Flüssigkeit und anhaltendes Stumpfseyn der sonst gesunden 
Zähne, das, wenn es lästig wurde, der Anwendung von Magnesia 
oder präparirter Kreide. leicht wich. Als auf diese Weise die 
Schwefelsäure noch nicht ganz 4 Wochen gebraucht worden 
war, verlor sich auf ein Mal die Trunksucht, und der Geheilte 
hört nun schon seit einem Jahre ruhig sein sonst schwaches 
Stündchen schlagen und kommt nicht mehr in die Verlegenheit, 
sein früheres Lieblingsgetränk zu nehmen. Ja er empfindet 
jetzt einen reinen Widerwillen dagegen. Sein Allgemeinbefinden 
hat sich seitdem in so weit geändert, dass er das Leben lieber 
gewonnen hat, als dies früher der Fall war. Im ersten Viertel- 
jahre fand sich noch bisweilen Blutandrang nach dem Gehirne, 
sowie Herzpochen, das ihn sonst schon belästigte und auch jetzt 
noch manchmal wiederkehrt, ein. Eine schwache Salmiak- 
lösung mit etwas Calmus und einem bitteren Zusatze kebt dieses 
Herzpochen aber leicht. Weit empfindlicher ist er jetzt gegen 
geistige Getränke geworden, so dass schon ein Maass Kohlen- 
säure haltendes Bier stark auf das Sensorium wirkt. Das Nach- 
gefühl des Stumpfseyns der Zähne hielt fast ein halbes Jahr 
an, ohne jedoch nachtheilig auf dieselben gewirkt zu haben; 
deshalb möchte es gerathen seyn, unmittelbar vor jeder Anwen- 
Summarium d. Medicin 1832. Il. 3
	        
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