Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
320. Pıaenaux’s Schnellfontanell. Man schneidet 
eine Scheibe aus Leinwand oder Papier so gross, als man das 
Fontanell haben will, taucht diese in Alkohol, au de Cologne 
oder guten Branntwein und legt sie, nachdem man die über- 
schüssige Flüssigkeit ausgedrückt hat, auf die rasirte Haut so, 
dass sie im ganzen Umfange genau schliesst, worauf man der 
Scheibe einen glühenden Körper nähert, den man rasch über 
ihre Oberfläche bewegt und den Alkohol bis zum Verlöschen 
brennen lässt. Die dann trockene Scheibe wird nun abgenom- 
men und die von ‚der Haut getrennte Epidermis: entfernt, wo 
dann das Fontanell fertig ist. Will man eine Moxa setzen, so 
legt man mehrere solche Scheiben übereinander oder taucht eine 
mehrmals in Alkohol und lässt diesen an einer und derselben 
Stelle verbrennen. Die Zahl der Scheiben muss sich nach der 
Tiefe des zu bildenden Schorfes richten. Eine zerstört die Epi- 
dermis, 2 bilden aus der Hautoberfläche einen Schorf, 3 zer- 
stören diese fast ganz, und mit 4 wirkt man schon auf das Zell- 
zewebe ein. Um die nahen Theile vor der Flamme zu schützen, 
bedeckt man sie mit einer feuchten, in der Mitte gefensterten 
Compresse, und den geringen Schmerz vom Brennen stillt man 
im wenigen Minuten durch Auflegen einer doppelten in Alkohol, 
oder besser in Aether getauchten Compresse. [v.. Froriep’s 
Notizen, Nr. 4113, nach Lancette frang., 31. Mars 1832.] 
(K— e.) 
V. GYNÄKOLOGIE und PÄpDIATRIK. 
821. Atresia vaginae; von Desmer und GEnNbDRoN in 
Chinoen. Ein 1%jähriges, robustes Mädchen litt seit 6 Monaten 
a Unterleibsbeschwerden. Der Umfang des Unterleibes hatte 
in dieser Zeit so zugenommen, dass er dem im 5. Monate der 
Schwangerschaft glich. Es liess sich eine Geschwulst durch das 
Gefühl entdecken, die aus dem Becken herauf bis zum Nabel 
stieg. Als man die Untersuchung durch die Scheide machen 
wollte, fand man diese vollkommen durch eine dicke Haut ver- 
schlossen. Wenn man die grossen Schamlefzen ein wenig von 
einander entfernte, entdeckte man eine runde, elastische Ge- 
schwulst von der Grösse eines Zweifrancsstückes (Achtgroschen- 
stückes). Legte man einen. Finger an sie an, oder brachte man 
den Zeigefinger in den Mastdarm und den Daumen: zwischen die 
Schamlippen ein und drückte gleichzeitig den Unterleib mit der 
andern Hand, so konnte man ganz deutliche Fluctuationen wahr- 
nehmen. GENDRON öffnete das Hymen bis auf ein Viertel seines 
Umfanges mit einem einfachen Bistouri.. Es stürzte sogleich 
eine bedeutende Menge dunkles Blut hervor, nach dessen Knt- 
leerung sich die Kranke erleichtert fühlte; und der Unterleib 
zusammen fiel. 16 Tage nach der Operation flossen zum ersten 
Malie die Regeln gehörig ab und sind seitdem immer zu be-
	        
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