Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

IV. Chirurgie und Augenheilkunde. 
Bruchstücke der innern Tafel entfernt wurden. Alles ging spä- 
ter ganz gut. [v. Froriep's Notizen, Nr. 19, nach Lond. 
medie. and physic, Journ. , Jan. 1832.] (K—e.) 
„ 802. Abtrennung der Dura mater vom Schädel 
Manchmal findet dieselbe nach Schlägen auf den Kopf Statt und 
wird bald von einem grössern, bald von einem kleinern Blut- 
extravasat begleitet. Das Biut. wird entweder absorbirt, oder es 
bildet sich unter übeln, mehr oder minder gefährlichen Erschei- 
yungen ein Abscess. Gewöhnlich ist die innere Verletzung nicht 
ohne äusserliche. Zeichen zugegen. Ist die Kopfhaut nicht ge- 
treunt, so entsteht Geschwulst, wenn aber dieselbe verletzt ist, 
so degenerirt die Wunde, ihre Oberfläche wird bleich, der Aus- 
Auss jauchig, der blossgelegte Knochen weiss und trocken. 
Schlaflosigkeit und Fieber treten: auf, es folgt Uebelkeit, wohl 
auch Erbrechen, und in der Stirne und im Nacken finden sich 
Schmerzen. Auch kommen bisweilen Convulsionen, Delirium, 
partielle Paralyse und Coma hinzu. Dass übrigens diese Sym- 
ptome zugegen seyn können, ohne dass man genau die Gegen- 
wart. oder den Sitz eines Abscesses angeben kann, zeigen 
folgende zwei Fälle: Ein Mann von mittlern Jahren kam be- 
rauscht mit einer Risswunde der Kopfhaut in der obern Gegend 
des rechten Oss. occip. in’s Royal Infirmary. Er befand sich 
13 Tage recht wohl, und die Wunde heilte, am 14. Tage aber 
fing der Kopf sehr zu schmerzen an, das Auge war gegen das 
Licht empfindlich, der: Puls voll, doch nicht. rasch, die Haut 
heiss, der Kranke ohne Schlaf, und sein Gespräch nicht zusam- 
menhängend.. Man öffnete eine Vene, doch waren‘ erst 3 Unzen 
Blut entfernt, als Schauder, Erbrechen und Convulsionen zum 
Vorscheine kamen, was auch nach Anwendung von Blutegeln ge- 
schah. Kopfschmerz und Frostschauder hielten an, obschon 
man am nächsten Tage 16 Unzen Blut entzog. Die Frostanfälle 
kamen in verschiedenen Zwischenräumen zurück, es kam Stupor 
hinzu, der immer stieg, und am 18. Tage delirirte der Kranke. 
Vom Knochen war ein grosser Theil blossgelegt und abgestorben, 
and um die Wunde fand reich eine Auftreibung und Geschwulst 
der Kuochenhaut. Am ‚19. Tage lag der Kranke bewusstlos, 
Mar entfernte durch eine Trephine einen Theil des Knochens und 
ah. die Dura mater nur mit Lymphe bedeckt. Am nächsten 
Morgen starb der Kranke. Bei der Section zeigte sich. die 
rechte Hirnhemisphäre gesund, aber auf der linken lagen 4 Un- 
zen Eiter zwischen Dura mater und Arachnoidea, weiche letz- 
tere. körnig aussah. Auch bemerkte man über dem linken vor- 
dern ‚Hirnlappen einen sphacelirenden Fieck der Dura mater. — 
Der andere Fall betrifft ‚eine 40jährige Frau, die sich bei einem 
Sturze eine Wunde der: Kopfhaut am bern lisken Theile des 
Oss. occip. zuzog. In den ersten Tagen litt sie wenig und hielt 
sich daher nicht, am %. Tage aber stellten sich Schauer und 
am 9. Coma ein. Die Wunde war bleich, das Eiter dünn, die
	        
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