Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

336 Il. Pathologie, "Therapie und medicinische Klinik. 
Senfteige. Günstigere Resultate, als diese Behandlung, lieferten 
kaltes Wasser und Eis. Bei geringen Graden des Uebels lies- 
sen danach Erbrechen und Diarrhöe fast ganz nach, und die 
Wärme hob sich wieder. Bei heftigeren Graden ging es danach 
doch besser, als nach anderen Methoden, besonders nach der 
reizenden. Die Anwendung geschah innerlich und äusserlich auf 
bekannte Weise, auch nahm man wohl bei träger Reaction den 
Camph. zu Hülfe, Nach Anwendung der Kälte ging öfterer als 
sonst das Uebel unmittelbar in Genesung über, doch bildete 
sich auch leicht ein entzündlicher Zustand, der Antiphlogist. 
forderte. Die Zahl der so Geretteten war doppelt so grosse, als 
die der durch andere Mittel Hergesteliten, was sehr für diese 
Methode spricht, die sich auch dadurch empfiehlt, dass die 
Kranken sie gern anwenden lassen, während sie sich gegen das 
sträuben, was andere Heilverfahren verlangen, [Radius’s allg. 
Uhol.- Zeit., Nr. 88.) (K — e.) 
2i9, Ausbruch der Cholera nach Purgirmitteln; 
von Vorsın. Ein junger Arzt litt am Tripper, den er durch 
Abführmittel zu beseitigen suchte. Er nahm starke Dosen von 
Copaivbalsam. Die gewünschte Wirkung trat ein, aber nachdem 
das Purgiren 2 Tage angehalten, wurde der Kranke am 3. Tage 
von einer so heftigen Cholera befallen, dass er in 14 Stunden 
unterlag. — Kin 50jähriger Mann, dem wegen einer weissen 
Geschwulst der Schenkel amputirt worden war, befand sich am 
10. Tage nach der Operation in dem besten Zustande; vier 
Fünftel der Wunde waren schon verheilt. Da er verstopft war, 
erhielt er am genannten Tage früh zwischen 8 und 9 Uhr 2 
Unzen Ricinusöl. Um 11 Uhr stellen sich Durchfall, Erbrechen, 
Krämpfe ein und um 8 Uhr des Abends — der Tod. Kine 
Warnung, währe"* der Choleraepidemieen in der Anwendung 
der Purgirmittel - ‘ ”sichtig zu seyn. [Gazette medicale de 
Paris, tom. "FE, .. 44. Journ. spec. du choldra-morbus , 12. 
Juin 1832.) (H—1.) 
280. Phthisis tuberculosa lapidea; vom Med. R. 
ScHyEIDER in Fulda. Ein Lungensüchtiger starb mit allen Zei- 
chen der Phthisis trachealis. Bei der Section fand Scux. die 
rechte Lunge von allen Seiten verwachsen; eben so hing die linke 
Lunge fast überall mit dem Brustfelle zusammen. In der rech- 
ten Brusthöhle 7 3 blutiges Wasser; ähnliches Wasser in ziem- 
licher Menge im Herzbeutel. Der obere und der untere Lappen 
der rechten Lunge enthielten viele kleine Eitergeschwüre mit stei- 
nigen Concrementen. In der Spitze des oberen, ebenfalls tuberku- 
lösen Lappens der linken Lunge befand sich ein aus Kalksteinmasse 
gebildeter Sack, der einen dicken, zähen Eiter enthielt. Durch einen 
Bronchus, der sich in den Sack öffnete, war lange Zeit hin- 
durch der Eiter in kleinen Klümpchen unter grosser Anstren- 
gung des Kranken entleert worden. Der untere Theil der lin- 
ken Lunge, Luftröhre, Kehlkopf und Kehldeckel waren gesund.
	        
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