Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

IV. Thierarzneikunde. 
kläglich, waren uuruhig und gingen abwechselnd lahm. Das Uebel 
war jedoch nicht gefährlich, nur hielten die rheumatischen Lei- 
den oft nach dem Fieber noch hartnäckig an. Im April und 
Juni kam in 2 Höfen zu Dresden ein galliger Durchfall unter 
den Hühnern vor, und gleiche Uebel wurden auch in andern 
Orten, besonders in Leipzig, selbst unter Tauben wahrgenom- 
men. Die Hühner verkrochen sich, hingen traurig den Kopf, 
entleerten von unten grüne, gallertartige Massen, fielen abwechselnd 
nieder und hatten Zuckungen aller Art. Nach wenigen Stunden 
folgte grosse Ermattung, der Körper wurde kalt, der Kamm 
blau, und nach 12 Stunden trat meist der Tod ein. Bei der 
Untersuchung der todten Körper zeigte sich hauptsächlich der 
Magen verändert, die innere Oberhaut löste sich von selbst ab, 
unter ihr befand sich viel helles Wasser und die Schleimhaut 
war fleckig geröthet. Eine Vergiftung liess sich nicht ermitteln, 
und es musste daher das Uebel zu den Anthraxkrankheiten ge- 
rechnet und gleichsam als Magencarbunkel angesehen werden. 
Hasen, und zwar jüngere, starben wohl in Folge der übeln 
Witterung sehr häufig im Oktober und November an allgemeiner 
Darmentzündung, und die gleiche Ursache und Futtermangel raffte 
im August viele junge Schwalben hin. [Radius’s allgemeine 
Cholera- Zeitung , Nr. 1.) (K— e.) 
258. Drehkrankheit der Schafe; von Dr. HAnxerL 
in Frankenhausen. Um dem Ursprunge des Coenurus cerebra- 
(is auf die Spur zu kommen, untersuchte H. das Gehirn von 
Lämmern in jedem Stadium der Drehkrankheit, deren Verlauf 
folgender ist: Die ersten Symptome zeigen sich in der Regel 
in dem 1. oder 2, Lebensmonate durch auffallende Sprünge oder 
sonderbare Bewegungen des Kopfes, die oft nur kurze Zeit, ja 
selbst nur einige Minuten dauern. Das Lamm zeigt hierauf 
keine krankhaften Erscheinungen weiter; es frisst und ist mun- 
ter, wie die übrigen. Bis zum Winter oder bis zum nächsten 
Frühjahre spürt man keine Krankheit, allein dann wiederholen 
sich jene auffallenden Bewegungen, die der Krankheit den Namen 
gegeben; es brechen Convulsionen aus, welche nach kürzerer 
oder längerer Zeit das Thier tödten. Untersucht man jetzt das 
Gehirn, so findet ınan in der Regel, ausser den bekannten Bla- 
senwürmern, entweder Wasser in den Ventrikeln, oder Entzün- 
dung der Gehirnhäute, oder Erweichung des Gehirnes, doch 
muss man berücksichtigen, ob die Convulsionen in kürzeren oder 
längeren Pausen zurückkehrten, ob die Section bald nach dem 
Tode geschah, oder ob das Cadaver lange auf dem Miste lag. 
Liess H. gleich nach den ersten Symptomen das Lamm schlach- 
ten, so fand er nie eine Spur von Entzündung , obgleich die 
Blase schon gebildet war. Unter den vielen Lämmerköpfen, die 
er untersuchte, fand er in einem 2, in einem zweiten 1 Tuber- 
kel mitten in der Gehirnsubstanz von fester, weisser, gefässloser 
Masse, olne die geringsten‘ Spuren yorausgegangener oder 
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