Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

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[V. Thierarzneikunde. 
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und der Ausgang war glücklich. Nahm das Uebel aber einen 
höheren Grad an, so ging das Gefühl verloren, die Thiere ach- 
teten auf nichts, und man nahm den Herz- und Pulsschlag kaum 
noch wahr. Ueberlebten die kranken Thiere 24 Stunden, so 
wurden sie meist gerettet, wenn die allgemeine Körperwärme 
wieder eintrat. Besonders bei einigen alten, an Lungen und 
Leber leidenden, Kranken verlief das Uebel binnen 8— 12 
Stunden tödtlich. Von 28 Hunden wurden 20, von 8 Katzen 3 
geheilt, und von 16 Kaninchen starben binnen 2-—3 Tagen 10. 
— Kam man hinzu, ehe Gangrän eingetreten und die Erschö- 
pfung sehr gross war, so nützten besonders Mittel, welche die 
Hautthätigkeit und die Reaction des Gefässsystemes beförderten, 
wo aber die Krankheit die grösste Höhe erreicht hatte, richtete 
ärztliche Hülfe nichts aus. Innerlich wurde meist ein starker 
Flieder- und Chamillenaufguss mit Opiumtinetur gereicht, bei 
grossem Durste aber eine Emulsion von Hafergrütze, oder warme 
Kuhmilch gegeben. In einigen Fällen war der schwarze, starke 
Kaffee mit etwas gutem Rheinwein sehr erspriesslich. Nächst- 
dem nützten Einreibungen mit starkem Weingeiste, Frottiren, 
warmes Regim und besonders lauwarme aromatische Klystiere. 
— Den Sectionsbefund anlangend, so sah man bei 2 Hunden 
Gehirn und Rückenmark weich, fast flüssig und in den Ader- 
gefiechten Austretungen eines entmischten, aufgelösten Blutes, 
Das Herz war schlaff, das Muskelfleisch entfärbt, die Ventrikel 
sehr erweitert und die in ihnen angehäuften mehr einer Lymphe, 
als dem Blute ähnlichen Massen zeigten Spuren einer verzögerten 
Blutbewegung, Eine ähnliche Masse kam im Pfortadersysteme 
vor. Die Lunge war schlaff, blass gefärbt, die Gallenblase leer, 
Milz und Leber gangränös und im dünnen Darme Entzündung 
nicht zu verkennen. Die übrigen Organe waren nur erschlafft. 
Aehnliches fand eich bei Katzen und Kaninchen und, mit Aus- 
schluss der Entzündung des Darmkanales, auch bei Hühnern. — 
Die erkrankten Hunde und Katzen waren übrigens sämmtllich 
Stuben- und Schoossthierchen, und das beschriebene Uebel kam 
den Anthraxkrankheiten gleich. Ansteckend schien nach allem 
die Cholera der Thiere nicht zu seyn. [Radius’s allgemeine 
Cholera- Zeit., Nr. 44.] (K—e.) 
256. Cholera bei Thieren. Im Febr. d. J. brach 
plötzlich unter den Kühen einer Milchwirthschaft von Batignol- 
les - Monceaux eine Seuche aus, Die früher immer gesunden 
FThiere, die viel Milch gegeben hatten, wurden auf einmal 
niedergeschlagen, verloren den Appetit, gaben keine Milch mehr, 
hatten kalte Ohren und Hörner, welche letztere auch viele 
kleine schwärzliche Flecke zeigten, bekamen rauhe Haare, ver- 
riethen bei Berührung des Unterleibes und des Eiters grossen 
Schmerz und litten an Brechen und Durchfall mit bedeutender 
Dyspnoe. Ohne Erfolg wurden Aderlässe an der Vena jugularis 
und an den Venen des Eiters angestellt. Etwas mehr schienen
	        
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