Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

ir 
[V. Thierarzneikunde. 
gleiche Weise. Am häufigsten zeigte sich die Krankheit des 
Morgens; die Hühner waren traurig, schwach, blieben sitzen, 
liessen die Flügel hängen; der Kropf war von Futter ausgedehnt, 
der Athem kurz, der Herzschlag schnell und schwach, die 
Kothausleerungen zahlreich, weisslich, sehr dünn, der Kamm 
dunkelroth und immer dunkler, je näher der in 2 bia 5 Stunden 
unter einigen Convulsionen erfolgende Tod rückte; aus dem 
Schnabel zog sich Schleim in Fäden. Gegen 500 Hühner mögen 
wohl crepirt seyn; ihre Anzahl lässt sich nicht bestimmen, weil 
die Frauen die Thiere abschlachteten, so bald sie die Anschwel- 
lung des Kropfes bemerkten, Die Sectionen haben kein wichtiges 
Resultat geliefert. [Gazette medicale de Paris , tom. III , Nr. 26. 
Journ, special du cholera-morb., 1. Mai 1832.] (H—1.) 
255. Einige Beobachtungen über die Cholera 
der Thiere; vom "Thierarzte BöRxg in Leipzig. Vom März 
1831 an und im Verlaufe der ganzen Frühjahr- und Sommer- 
monate kam bei Pferden und Hunden eine bald mit gastrischen, 
bald mit typhösen Complicationen auftretende Influenza zum 
Vorscheire, und im August wurde eine eigene Krankheit unter 
den Hühnern eines Bäckers wahrgenommen. Gegen 18 Stück 
zeigten eine enorme Anftreibung des Kropfes, litten an krampf- 
haftem Erbrechen, durch welches säuerliche, grünlichgelbe 
Stoffe entleert wurden, boten eine leichenblasse , gelbliche 
Farbe der Spornen, des Kammes und der Schnabel dar und 
waren ganz erschöpft, auch starben 4 unter stetem Erbrechen 
binnen 12 Stunden. Da eine Vergiftung im Spiele zu seyn schien, 
30 wurde eine Henne geöffnet, doch erschienen Magen und Darm- 
kanal normal, wohl aber stockte im Pfortadersysteme Blut, Le- 
ber und Milz zeigten Gangrän, und die Gallenblase war leer. 
Bei diesem Stande der Sachen machte B. in den Kropf einen 
1 Zoll langen Einschnitt und entleerte durch diese Oeffnung 
mittelst sanften Druckes den sämmtlichen flüssigen Inhalt, worauf 
das Brechen aufhörte und diejenigen binnen 24 Stunden ganasen, 
bei denen das Lebensprincip noch nicht zu sehr gesunken war. 
— In den 3 letzten Monaten des vorigen und in den beiden 
ersten dieses Jahres trat unter Hunden, Katzen und Kanin- 
chen die Cholera in verschiedenen Graden auf. Die Thiere lit- 
ten an einem krampfhaften, galligen Brechen und gleichem 
Durchfalle mit angestrengten Bewegungen der Bauchmuskeln. 
Gemeingefühl und Körperwärme waren vermindert; bei mattem 
Blicke und schwankendem Gange war grosse Schwäche zugegen; 
das Haar erschien struppig, der Harn bräunlich und zähe; aus 
der Nase floss eine zähe Feuchtigkeit; die Zunge zeigte einen 
schmuzigen, dicken, schleimigen Beleg, und die haarlosen Stellen 
and die Schleimhäute, besonders aber das Zalınfleisch, hatten 
eine auffallend gelbliche Färbung. Fieber ‚fand sich nicht 
vor. Wo die Zufälle gelinder waren, behielten die Thiere die 
Aufmerksamkeit auf die Auesendinge, so wie die Empfindung.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.