Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

Summarium des Neuesten 
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in- und ausiändischen Medicin. 
1. Juli 1832, 
AM 13. 
[. PATHOLOGIE, THERAPIE und MEDICINISCHE KLINIK. 
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220. Nosologische Bemerkungen über die Cho- 
lera; von Dr. Merz zu Cassel. Beim Erscheinen der Ch, an 
einem Orte findet gewöhnlich ein Uebergang zu derselben aus 
der bestehenden Krankheitsconstitution Statt, was denn auch den 
Charakter der Epidemie mit bestimmt. Nach und nach wird der 
epidemische Einfluss stärker und verdrängt alle anderen Krank- 
heiten, bis mit seiner Abnahme jene wieder auftreten, woraus 
sich am besten auf das baldige Aufhören der Ch. schliessen 
lässt. Anfänglich sind dann die Krankheitsfälle noch mit einzelnen 
cholerischen Zeichen vergesellschaftet, nach und nach aber tre- 
ten sie wieder rein auf. — Die Ausbildung der Ch. hängt übri- 
gens von der Intensität des Miasmas und von der Anlage des 
Kranken ab, so dass die Seuche von der gelindesten Diarrhöe 
bis zur acutesten Form in tausend Modificationen und Graden 
erscheint. Der Charakter der Choleraepidemie ist mit entschie- 
dener Neigung zur Paralyse subinflammatorisch, gastrisch oder 
nervös. Diese Abtheilung hat, da nach ihr die Cur vielfach ab- 
geändert werden muss, einen wesentlichen Einfluss auf die Be- 
handlung. Der Charakter bleibt sich aber nicht gleich, sondern 
erfährt durch Aussenverhältnisse, besonders wo die KEpidemie 
nicht stark ist, Veränderungen, weshalb denn auch oft ein Heil- 
verfahren, das zuerst nützte, später sich nicht mehr bewährt. 
Diese Veränderungen sogleich wahrzunehmen, ist freilich nicht 
leicht, doch werden sie dem aufmerksamen, rationellen Arzte 
nicht lange fremd bleiben. Nach dem Charakter ändern sich 
nun die Krankheitszeichen, doch kommen auch noch andere Ver- 
schiedenheiten in Bezug auf einzelne Zeichen vor, wodurch die 
in der einen Stadt herrschende Ch. sich von der in einer an- 
dern vorkommenden unterscheidet. [Zadius’s allgem. Cholera- 
Zeit., Nr. 48.) (K—e.) 
221. Die Cholera in Warschau; von Dr. KöniLeR 
daselbst. Nach des Verf, inniger Ueberzeugung ist die Cholera 
weder bedingt, noch unbedingt ansteckend. Sie lässt sich durch 
äussere Berührung der Kranken nicht mehr, als durch ihre Klei- 
der und Betten mittheilen, und sie kann eben so wenig durch 
Ausdünstung todter Körper, als durch Einimpfung übergetragen 
Summarium d. Medicin 1832, 11. 17
	        
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