Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

en 
ıt- 
hl, 
IN- 
N- 
N 
Ps 
ht 
le 
13 — 
Al, 
ne 
F. 
Al} 
{il 
ar 
Da 
Ha 
ar 
N 
m 
VL. Gynäkologie und Pädiatrik. 255 
durch fieberische Reizung aufgerieben. In einzelnen Fällen spre- 
chen wohl auch alle Symptcme für. eine unheilbare Ergiessung 
in das Gehirn. — Die Krankheit tritt übrigens nur sporadisch 
auf und pflanzt sich nicht durch Ansteckung fort, Ihre nächste 
Ursache ist gewiss in einem kraukhaften Zustande der Verdau- 
ungsorgane zu suchen, und als, prädisponirendes Moment ist Al- 
les anzusehen, was in den chylusbereitenden Organen eine 
Störung hervorbringt. Von welcher Art und von welcher Stärke 
aber die gastrische oder intestinale Störung seyn müsse, um die 
nächste Ursache der Krankheit zu bilden, ist noch nicht nach- 
gewiesen worden. Ausserdem ist bekannt, dass sich dabei eine 
fehlerhafte Secretion findet, und dass sehr leicht Entzündungen 
hinzukommen. — Was die Diagnose anlangt, so wird dieses Fie- 
ber zuweilen mit Hydrocephalus, Typhus und Darm-, Leber- 
oder Lungenentzündung verwechselt. Die meiste Aechnlichkeit 
hat es mit dem Wasserkopfe, und oft mag wohl nur. so ein 
Fieber zugegen gewesen seyn, wo man von Heilung eines Hy- 
Arocephalus sprach. Um beide, Uebel von einander zu unter- 
scheiden, hat man sich oft zu sehr auf das Aussehen der Au- 
gen, auf hartnäckige Verstopfung und auf die. Beschaffenheit der 
Stuhlausleerungen verlassen, doch sind Erweiterung der Pupille 
und Strabismus, so wie hartnäckige Unthätigkeit des Darmkana- 
les nicht nur beim Hydrocephalus, sondern auch bei dem in 
Rede stehenden Fieber beobachtet worden, und oft haben die 
Stühle bei beiden Uebeln ein gleiches. Ansehen. Bessere An- 
haltepunkte für eine richtige Diagnose geben folgende Zeichen: 
Bei dem remittirenden Fieber kleiner Kinder findet sich nicht 
nothwendig Erbrechen, was nie im ersten Stadium des Wasser- 
kopfes fehlt, auch wird bei dem Wasserkopfe Erbrechen. be- 
dingt oder vermehrt, wenn man den Kranken in eine aufrechte 
Stellung bringt. Dagegen sind Kälte der Extremitäten, regel- 
mässige Kxacerbationen, deutlicher Nachlass, grosse Hitze. des 
Unterleibes und Empfindlichkeit gegen Druck von jenem. Fieber 
unzertrennlich, Der Schlaf ist bei beiden Ueheln, gestört, doch 
wird bei dem remittirenden Fieber nur ein Wimmern. gehört, 
während man beim Wasserkopfe ein jämmerliches und oft lautes 
Geschrei hört. Nächstdem kann man sich daran halten, dass 
das Zahnen häufig eine Ursache des intermittirenden Fiebers 
ist, und dass Abführmittel bei demselben grössere Krleichterung, 
als beim Hydrocephalus, bringen. Kine Verwechselung mit 
Typhus wird weniger leicht vorkommen, besonders wenn man 
auf das Ansehen der Zunge, auf die deutlichen Remissionen und 
auf die Verbindung mit gastrischer oder intestinaler Störung 
genau achtet. Noch leichter wird es für den sorgfältigen Arzt 
seyn, dies Fieber von den oben genannten Entzündungen zu 
unterscheiden. — Die Heilanzeichen sind vierfach: Man muss 
die entferntere Krankheitsursache beseitigen, die gesunde Thätig- 
keit der chylusbereitenden Eingeweide wieder herstellen, die
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.