Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

Vl. Gynäkologie und Pädiatrik. 
*>-hindern. [Gemeins. deutsche Zeitschrift für Geburtsk., 
St. 2.1 (L—t.) 
“ Untersuchungen über das Kindbettfieber; 
von RırGen. (Fortsetzung. Siehe Summarium, 1832, Band 1, 
Nr. 89.) Die ursächlichen Momente, welche die Wirkungen des 
entsprechenden Seuchengiftes zu einer Darmwegschleimhautent- 
zündung (Enrterodomycodoritis) steigern, werden hierauf aufge- 
führt und gewürdigt. Die Diagnose dieser gefahvollen Krankheit 
basirt sich in der Mehrzahl der Fälle auf die Wahrnehmung eines 
bedeutenden hitzigen Fieberzustandes einer Wöchnerin, der einer- 
seits von örtlichen gastrischen Symptomen, andererseits von all- 
gemeinen und örtlichen nervösen Erscheinungen, welche zunächst 
das Gangliensystem betreffen , so begleitet ist, dass letztere aus 
der Art und dem Grade der gastrischen Zufälle und aus dem 
Zeitverlaufe der Krankheit überhaupt nicht genügend erklärt wer- 
den können, Die Prognose ist höchst vorsichtig zu stellen. Die 
Genesung erfolgte in den beobachteten Fällen durch eine gastri- 
sche Krise, welche in reichlichem Durchfalle bestand. Auch 
Haut- und Harnkrise fehlten nie ganzz der Lochialfluss war 
häufig vermehrt; mitunter wurden die weissen Lochien wieder 
roth. Auch Blutschwäre zeigten sich kritisch. Oft kann dem 
gedachten Uebel, vorzüglich durch Verhütung des Seuchengiftes, 
vorgebaut werden. Als Indicationen zur Behandlung der Darm- 
wegschleimhautentzündung stellt der Verf. auf: 1) Man sorge 
im Stadium des Ausbruchs dafür, dass das Gift sich möglichst 
wenig auf die Darmschleimhaut und möglichst viel auf die äus- 
zere Haut werfe. (Brechmittel und hautröthende Mittel.) 2) 
Man mässige den Sturm des Ausbruchs (Ruhe, Diät, vie- 
les Getränk, kühlende Mittel). 3) Auf der Höhe des Sturms 
mässige man ihn durch die antiphlogistische Methode (Aderlass, 
Blutegel u. s. w.). 4) Man suche die Schleimhaut von allem 
frei zu machen, was deren Entzündung unterstützen kann (Kly- 
stiere und Abführmittel). 5) Man ertödte das Seuchengift im 
Blute (Kohlensäure, Opium, essigsaures Kali). 6) Man ent- 
jerne das Gift aus dem Innern der Darmschleimhaut und der 
Centralganglien. (Brech- und Abführmittel.) 7) Man entferne 
das Gift aus der äusseren Berührung mit der Darmschleimhaut, 
3) 'Man berücksichtige den nervösen Erethismus bei geringer 
Blutmenge und sinkender Vegetation. 9) Den torpiden Zustand 
behandle man mit der. belebenden, reizenden Methode (Brech- 
mittel, Perubalsam, Kampher u. s. w.) 10) Man befördere die 
Krisen. 11) Man unterhalte die Milchsecretion als fortdauernde 
Ableitung und als Krise und erhalte die Lochien im Flusse. 
12) Man beachte die Fieberexacerbationen genau. In der Recon- 
valescenz reiche man milde Nahrung und hüte sich mit reizen- 
den Mitteln schnell stärken zu wollen. [Gemeinsame deutsche 
Zeitschr. für Geburtsk. . Bd. VIL. St. 2.1 (L—-t.}
	        
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