Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

JV. Materia medica und Toxikologie. 215 
und sparsamer fliesst derselbe aus den mit weissen Körnern ge- 
füllten Mohnköpfen. — Ob der auf magerem Boden gewachsene 
Mohn reichlicher Milchsaft giebt, wagt der Verf. nicht zu ent- 
scheiden, jedoch schien es ihm, als ob derselbe von kräftigerer 
Beschaffenheit sey, als der von Gartenmohnköpfen gewonnene. 
— Man kann den ganzen Tag hindurch schröpfen und sammeln, 
nur vermeide man beides kurz nach einem Regen, so lange die 
Mohnköpfe und Blätter noch nass sind. Kin Mohnkopf giebt, 
wenn er frisch verwundet wird, 5—6 "Tage hinter einander 
neuen Milchsaft; jedoch ist das stete Entleeren der Entwicke- 
lung der Samenkörner hinderlich, und will oder darf man diese 
nicht zu sehr beeinträchtigen, so schröpft man bloss 1—2 Tage, 
während welcher überhaupt der meiste Saft gewonnen wird.“ — 
Am Schlusse dieser Abhandlung bestätigt HurzLanD die vom 
Verf, angegebenen Wirkungen des einheimischen Opiums und 
stellt es in Rücksicht auf letztere dem Kırtr. opt aquos. oder 
dem Morphium. gleich. Das Schlimme nur, und was den Ge- 
brauch nie allgemein machen wird, ist, dass der Preis des ein- 
heimischen, wegen der vielen Kosten und Schwierigkeiten 
der Bereitung, um die Hälfte höher zu stehen kommt, als. der 
des orientalischen. [Hufeland’s Journ, der prakt, Heilk., 
Febr. 1832.] (Fr.) 
184. Das Colchicum autumnale fand Dr. ELLIOT- 
son in folgenden Krankheiten von ausgezeichneter Wirkung: a) 
im Krythema nodosum. KE. giebt es hier in solcher Dosis, 
dass es: flüssige Stühle erregt, ‚verbindet damit eine erhöhte 
Lage der untern Kxtremitäten (was wesentlich nothwendig seyn 
soll), und schickt, nach Erforderniss- der Umstände, Blutent- 
ziehungen voraus; b) im Prurigo; c) in leichten Fällen von 
Purpura; d) im Lumbdago, und zwar in dessen entzünd- 
licher, fieberhafter Form, da wo Reizmittel, und besonders 
Wärme den Schmerz steigern, und grosse Hitze, schneller 
Puls und starker Schweiss vorlianden ist. Der Anwendung des 
Colch, lässt man hier blutige Schröpiköpfe im Rücken voran- 
gehen. Fehlen jene Symptome, und bringt ein warmes Ver- 
halten Erleichterung ‚. 80 thun Reizmittel, und vor allen die 
Acupunctur, die besten Dienste. [The lancet, Kebr. 1882.] (Fr.) 
185 Behandlung der Epilepsie mit Digitalie; 
von SHARKEY. 21. Fall. Eine 30jährige Dame von melancholi- 
schem Temperamente, die in ihrer Jugend nur einen epilepti- 
schen Anfall gehabt, litt seit 6 Jahren ohne wahrnehmbare Ur- 
sache an häufigen Anfällen vollkommener Epilepsie, denen keine 
Aura, sondern nur unbestimmte Gefühle vorangingen. Während 
derselben liess die Kranke den Urin unwillkührlich: Eine dunkle 
Färbung unter den Augen verkündete gewöhnlich den Anfall. 
Die Kranke war schon auf die mannigfaltigste Weise in England 
und auf dem Continente, doch vergebene behaudelt worden. 
Lebercungestionen und unregelmässiger, träger Stuhl mussten
	        
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