Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

IV. Materia medica und Toxikologie. "813 
hatten ärztliche Hülfe erst dann gesucht, als ihnen nicht mehr 
zu helfen war, und bei jenem Juden nützten weder Cascarille 
und Natron, noch Jodine, In einem früheren Stadium dieser 
Uebel möchten Stärkung des ganzen Körpers, Schutz vor Kälte 
und rauher Witterung, äusserlich Jodine und innerlich Aeizkali 
in möglichst grossen Gaben von Nutzen seyn, [v. Froriep’s No- 
tizen, Nr. 418, nach Lond, medic. gazette, Jan. 31, 1832.} 
(K—e.) 
IV. MATERIA MEDICA und TOxIKOLOGIBE. 
181. Geschwefeltes Wasserstoffgas und schwe- 
felige Säure Präservative gegen die Cholera. Lisrerr 
hat beobachtet, dass in den Passagen des Palais- Royal in Paris, 
in welchen man Gas brennt, und in den Gegenden, in deren 
Nähe sich Gasmesser befinden, die Cholera geringere Verwü- 
stungen, als anderwärts, gemacht hat, und schreibt diesen Um- 
rtand dem geschwefelten Wasserstoffgase und der schwefeligen 
Säure zu, die beim Verbrennen des aus Steinkohlen gewonnenen 
Gases entwickelt werden. Dem Steinkohlendampfe ist auch, 
nach L.’s Meinung, die geringe Ausbreitung der Cholera in Hol- 
land und England zuzuschreiben. PuymArın in Orleana und 
Payen (vergl. oben Nr. 77.) sind derselben Meinung. [Gazette 
med, de Paris, tom. III, Nr. 23. Journ. spec. d. cholera- 
morb., 2%. Avr. 1832.] (H—1.) 
182. Das Acidum fluoricum conocentratum ( acide 
hydrophthoriqgue) hatte Aurkre als ein heftiges äusseres Reiz- 
mittel in der Cholera vorgeschlagen, worauf es Dr. Marrtın 
Sa1xT-AngE bei einem schon aufgegebenen Kranken versuchte. 
Zuerst wurde es auf beide Arme applieirt, brachte aber keine 
Reaction hervor; 3 Stunden später wurde es an die Knöchel 
gestrichen und verursachte sogleich eine lebhafte Empfindung, 
auf welche etwas Wärme der Extremitäten folgte. Da innerlich 
Aq. oxygen. gegeben wurde, so lässt sich nicht bestimmen, wie 
viel das Acidum fluoricum zar Genesung des Kranken bei- 
getragen hat.- [Gazette medie, de Paris, tom, HI, Nr. 25. 
Journ, spec. du cholera-morb., 28. Avr. 1832.] (H—L) _ 
183. Ueber europäisches, vorzüglich deutsches 
Opium; von Dr. Ber in Bernburg. Nach einem kurzen, hi- 
storischen Ueberblicke sowohl der verschiedenen Versuche, welche 
man, um Opium zu gewinnen, bisher angestellt hat, als auch 
der in Hinsicht auf die Eigenschaften und Heilkräfte des ein- 
heimischen Opiums gesammelten Erfahrungen, aus denen ins- 
zesammt hervorgeht, dass zwar der aus dem Paparer sommnifer. 
Kuropaeum- erhaltene Milchsaft ein höchst kräftiges Arzneimittel 
ist, dessen Wirksamkeit jedoch bald gerivger, bald stärker,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.