Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

212 11. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
lieren, was auch Sarvr-HiLamme an einem solchen Individuum 
wirklich bestätigt fand. [Rust’s Magazin, Bd. 34, Hft. 1.] 
H—r.) 
180. Ueber einige krankhafte Erscheinungen 
der absorbirenden Drüsen und der Milz; v. Dr. Honc- 
xy. Da Structurveränderungen der absorbirenden Drüsen und 
der Milz noch wenig oder gar nicht beschrieben worden sind, 
so hält II. dasjenige, was er in dieser Hinsicht bei sechs Se- 
ctionen wahrnahm, für der Mittheilung werth. Er beobachtete 
nämlich nicht nur eine hesondere Vergrösserung der Drüsen, 
sondern fand bei einigen Fällen ihre Consistenz halb knorpel- 
artig und durch eine schwarze Substanz gestreift. Bei andern 
war die Structur eine noch festere, und in noch anderen Fällen 
waren die Drüsen mit weissen Ablagerungen gefüllt. Die Milz 
aber erschien 2—5 Mal so gross, als im natürlichen Zustande, 
und enthielt bald Tuberkeln, bald zeigte sie eine dichte, dunkel- 
rothe, homogene Structur, bald eine fast unzählige Menge klei- 
ner, weisser Kügelchen von Ablagerungen in’s Zellgewebe dieses 
Organes, bald liess sie das Zeilgewebe deutlicher hervortreten, 
als es sonst im Parenchym der Eingeweide zu seyn pflegt. — 
Was die eben erwähnte Vergrösserung der Drüsen anlangt, so 
schien dieselbe in allen Fällen mehr ein primäres Leiden, als 
Folge eines von einer andern Entzündung auf sie fortgepflanz- 
ten Reizes gewesen zu seyn. KEs fand sich bei ihr weder 
Schmerz, noch Hitze, noch sonst etwas, was auf Entzündung 
schliessen liess... Sie bot übrigens in allen Fällen eine gleich- 
Förmige Textur dar und schien melır eine Folge allgemeiner 
Vergrösserung der ganzen Drüse, als eines neuen Gebildes zu 
seyn, was das ursprüngliche verdrängt, wie dies der Fall ist, 
wenn sich gewöhnliche 'Tuberkelmaterie absetzt. — Hinsichtlich 
ler Milz dürfte es besonders wichtig seyn, dass sie in einigen 
jener Fälle dicht mit Körpern angefüllt war, die den kranken 
Drüsen glichen. Denn obgleich in der menschlichen Milz kein 
Drüsengebilde zu unterscheiden ist, so kommen doch in der 
Milz vieler Thiere kleine drüsenartige Körper vor, ja MaALPIGHI 
betrachtete die Acini der Milz als Drüsen, und H. glaubt, dass, 
wenn wirklich, wie es scheint, zwischen den Krankheiten der 
Drüsen und der Milz ein inniger Zusammenhang sich findet, das 
Leiden der leizteren das secundäre sey. Auch bei Lebenden 
beobachtete H. krankhaft veränderte Drüsen. So kam ihm z.B. 
ein 40— 50jähriger Jude vor, bei dem nicht nur die Halsdrüsen 
ungemein vergrössert waren und glatte eiförmige Massen bilde- 
ten, welche nicht von entzündlichen Symptomen oder Verdickung 
des nahen Zeilgewebes begleitet waren, sondern es befanden 
sich auch die Achselhöhlen- und Leistendrüsen in einem ähn- 
lichen Zustande. — In Bezug auf curative oder palliative Be- 
handlung weiss H. kaum etwas mitzutheilen. Die meisten Kran- 
ken, welche gpäter die oben angeführten Ergebnisse lieferten,
	        
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