Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 197 
TIER und DEyEvY seitdem bestätigt und nicht allein die Abwe- 
senheit eines alkalischen Salzes im Blute dargethan, sondern 
auch die gänzliche Neutralität des Productes der Destillation des 
Blutes im Wasserbade bewiesen, auch stimmen MarcerT, BosTocx, 
BerzeLtuSs, Brandes, VAUuqueLin, Dumas, Prevost und Joun 
darin überein, dass sie dem Blute alkalische Eigenschaften zu- 
gestehen und ganz neuerlich hat Denis DE Commerer dasselbe 
ausgesprochen. Wenn aber Jomn anführt, dass ProvsrT freie 
Essigsäure im Blute gefunden habe, so irrt Ersterer , da Letz- 
terer nur von Anwesenheit der Bonzo&säure im Blute spricht. 
[v. Froriep’s Notizen Nr. 418, nach Journ. de Chimie medicale, 
de Pharm. et de Toxic., Mars 1832.] (K— e.) 
II. PATHOLOGIE, THERAPIE und MEDICINISCHE KLINIK. 
16%, ‘Die Beobachtungen und Forschungen über 
die Cholera, welche C. W. HureLAnD seit längerer Zeit an- 
stellte, und auch in seiner Nähe bestätigt fand, sind bereits zu 
seiner individuellen Ueberzeugung gediehen, und er fasst deren 
Endresultat in folgenden Sätzen zusammen. 1. Die orienta- 
lische Cholera ist eine neue Krankheit. Alle, bisher 
fast jährlich, selbst epidemisch beobachtete einheimische Brech- 
ruhren haben noch nie die der oriental. Chol. eigenthümlichen 
Erscheinungen in ihrer Totalität dargeboten. 2, Sie ist eine 
ausländische Krankheit, und die nämliche Cholera, 
die in Ostindien beobachtet wurde und daselbst 
entstand. Ihre ganze Erscheinung trägt einen exotischen Cha- 
rakter, und nach den Aeusserungen aller Beobachter hat sie ge- 
nau die nämlichen wesentlichen Symptome, die nämliche Tödt- 
lichkeit, die nämlichen Folgen, wie in Ostindien. 3. Ihre 
Ursache ist ein eigenthümlicher, und zwar der 
nämliche Krankheitskeim (Krankheitssame), der 
es in Ostindien war und noch ist. Er ist ein Contagium, 
denn er hat die Kraft, sich zu reproduciren, seines Gleichen 
zu erzeugen; ferner ist es undenkbar, dass in den verschieden- 
sten- Orten, in den entgegengesetztesten Klimaten, im höchsten 
Norden (Archangel) und im höchsten Süden, sich durch örtliche 
Verhältnisse genau dieselbe Krankheit von selbst erzeugt ha- 
ben, und dass sie nach einer Reihe von 15 Jahren immer 
dieselbe geblieben seyn sollte, ohne die geringste Veränderung 
zu erleiden. Das gleichzeitige Vorkommen von gelinderen For- 
men der Krankheit, besonders der Cholera - Diarrhöen, vorzüg- 
lich vor und nach der Epidemie, spricht nicht allein für die 
einheimische, örtliche Erzeugung der krankmachenden Potenz, 
sondern lässt sich durch deren schwächeren Einfluss, oder die 
schwächere Receptivität dafür erklären, wodurch ein geringe- 
rer Grad der Reaction, und folglich der Krankheit, bedingt wird.
	        
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