Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

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Il. Medieinische Physik und Chemie 
des Hodens, ‚und warum eine krankhafte Steigerung der Sensi- 
bilität nirgends leichter auftritt, als in den Ovarien des mensch- 
lichen Weibes, lässt sich wohl leicht einsehen. Dass aber sol- 
che Afterbildungen nicht im Ovarium der Thiere vorkommen, 
hat wohl darin seinen Grund, dass das Thier auch in dieser 
Hinsicht die Naturtriebe nicht durch die Kunst verwirren kann. 
vo. Graefe’s u, v. Walther’'s Journ. der Chirurgie, Bd. 17, Hft. 3.) 
(K— e.) 
LI. MEDICINISCHE PHYSIK und CHzmIE. 
165. Analyse eines kalkartigen Concrements im 
Testikel eines Greises. In so vielen Theilen des Kör- 
pers auch bisher steinige Concremente gefunden worden sind, 
30 ist doch kein Beispiel bekannt , dass sich dieselben zwischen 
den Häuten der Tunrica vaginalis testis erzeugt hätten, wie man 
dies bei einem an Phthisis verstorbenen Greise sah, dessen 
Geschlechtstheile nicht die geringste Verletzung zeigten. Das 
6 Linien lange, 9 Gran schwere, goldgelbe Concrement hatte 
die Form eines der Länge nach getheilten Ovals. Die Masse wi- 
derstand dem Messer, war mit einem pergamentähnlicherf Fell- 
chen überzogen, hatte in der Mitte 3—4 kleine Höhlen und 
bestand aus phosphorsaurem und kohlensaurem Kalk, Gelatina, 
Osmazom, verhärtetem Schleim und Spuren von Soda. [von 
Graefe’s u. v. Walther’s Journal der Chirurg., Bd. 14, Hft. 3, 
nach Revue medic., Mars. 1831.] (K— ee.) 
166. Ueber die Analyse des Blutes; von LeEcansv. 
Wie hinreichend bekannt ist, hat HERRMANN die epidemische 
Cholera von Mangel einer eigenthümlichen Säure abgeleitet, 
weiche er im Blute gesunder Personen angetroffen, in dem der 
Cholerakranken aber nicht mehr gefunden haben will, während 
sie in den ausgeleerten Stoffen sich in grosser Menge gezeigt 
haben soll. Sowie aber zahlreiche und gründliche Versuche den 
deutlichsten Beweis geliefert haben, dass die in dieser Krank- 
heit ausgeleerten Stoffe keine freie Säure enthalten, womit auch 
AnnEsLEY die, Meinung des Dr. AınsıiE, der die HrRamann’- 
sche gleicht, widerlegt hat, und womit sowohl die Symptome 
der Krankheit, als die Ergebnisse der Cur übereinstimmen : so 
ist auch die Anwesenheit einer Säure im Blute beim normalen 
Zustande desselben noch keine hinlänglich bewiesene Thatsache. 
Es widerspricht nämlich einer solchen Annahme schon die Ei- 
genschaft des Blutes, den Veilchensyrup grün zu färben, und 
RoveLLE d. J. hat durch viele Versuche, welche er in der Ab- 
sicht unternahm, die Natur des alkalischen Salzes zu bestimmen, 
das HALLER und Demern im Blute bemerkt haben wollten, aus- 
ser Zweifel gesetzt, dass im Blute unterkohlensaures Natron 
zugegen sey. Diese Versuche haben BucaueTt, BAUM, PaRwen-
	        
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