Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

IV. Medicin im Allgemeinen. 
barer Dammerde, sehr reproductiv und nährt eine grosse Anzahl 
von Vich und ungefähr 283,916 Menschen, welche in 44,335 
Häusern oder in 9 Städten und Städtchen, 25 Marktflecken und 
761 Dörfern wohnen. Im Jahre 1825 wurden 2529 Ehen ge- 
schlossen, aus welchen 11,332 Geburten hervorgingen, nämlich 
5887 Knaben, 547 Mädchen, 9748 eheliche, 1586 uneheliche 
und 157 leblose. Von der Gesammtzahl starben 6510 Perso- 
nen, worunter 122 an Pocken, % durch Selbstmord, 2 von frem- 
der Hand ermordet, und 51 durch Unglücksfälle. Die Einwoh- 
ner leben zum grössten Theile von Ackerbau, Zucht der Pferde, 
Rinder, Ziegen und Schweine, wie auch vom Ertrage chemischer 
Fabriken und anderer Manufacturen. Unter den Spinnern und 
Webern siml chronische Unterleibsübel und Kachexieen, unter 
den Glashüttenarbeitern Erblindungen , Bluthusten und Lungen- 
sucht, unter den Gehülfen in Vitriol- und Schwefel-Fabriken sind 
Brustkrampf und chronische Heiserkeit gewöhnliche Leiden. Als 
epidemische Krankheitsformen kamen Wechselfieber, scorbuti- 
sche Verderbniss des Zahnfleisches, gastrisch-nervöse Fieber, 
Blattern, Scharlach, Masern, Keuchhusten, Friesel und katarrha- 
lisch - nervöse Fieber, unter dem _Nutzviehe Lungenseuche, 
Milzbrand, Maul- und Klauenseuche, Egelseuche und Drehsucht 
vor. — Die einzige öffentliche Heilanstalt, welche zu Chrudium 
von dem Kreisarzte Dr. J. Koszex besorgt wird, zählte 1825 
bloss 106 Individuen, wovon 88 geheilt wurden und 5 starben. 
Geimpft wurden in diesem Jahre 10,%58 Kinder. Davon beka- 
men 10,339 ächte Schutzblattern, 79 aber unächte, und bei 349 
war die Operation erfolglos. Der ganze Kreis zählte 1825 mit 
Inbegriff von 9 Apothekern und 230 Hebammen 288 Medieinal- 
personen. Es kommen demnach 56,783 Seelen auf einen Arzt; 
6452 auf einen Wundarzt: ?” ” “ --° sine Apotheke und 1432 
anf eine Hebamme. F. f. k. k. österr. Staates, 
18532, Bd. 11, St. 1, $S. 2. “ 330—3416, St. 4. 
S. 308—515.] (V—t.) 
159. Kurze Beschreibung ".  Yeilanstalten und 
Versorgungs-Institute in der K, K. Hauptstadt Linz, 
am Schlusse des J. 1828; vom Dr. Staeinz, k. k. Re- 
gierungs- und Landes - Protomed. 1) Heilanstalt der barmherzi- 
zen Brüder. Sie besteht seit 1756; allein in dem jetzigen Lo- 
cale erst zeit 1789. In 3 Sälen befinden sich 50 Betten. Die 
Anzahl der in den letzten 5 Jahren unentgeltlich Verpflegten be- 
tief sich auf 4651. Im Jahre 1828 wurden 1049 verpflegt, und 
davon 932 geheilt; 69 starben und 48 blieben in der Behand- 
lung. Katarrhalische, rheumatische und rein entzündliche Fie- 
ber, alle Formen von Gicht, Wechselfieber, Lungenschwind- 
sucht und Wassersucht waren die vorkommenden Krankheiten. — 
Die Herniotomie wurde drei Mal, die Amputation des Oberschen- 
kels drei Mal, die des Unterschenkels zehn Mal, und zwar durch- 
zehends mit gutem Krfolge, zemacht. — Jedes einzelne Indivi- 
de 
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