Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

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Ill. Gynäkologie und Pädiatrik. 
bedeckt. In der kleinen Höhle desselben war weder Blut noch 
ein eingeklemmter Theil enthalten. Der ganze Darmkanal war 
mngewöhnlich stark von Luft ausgedehnt. Die Brustorgane er- 
schienen gesund. Der Kopf wurde nicht geöffnet. Die Conjugata 
hetrug mit den Weichtheilen kaum 2 Zoll und ohne dieselben 2 Zoll 
2 Linien, der obere Querdurchmesser belief sich auf 44 Zoll. Der 
jange Durchmesser des Kindeskopfes hielt 44 Zoll, der Querdurch- 
messer 3 Zoll 8 Linien, der Diagonaldurchmesser 4 Zoll 11 Linien, 
ler Kopfumfang 124 Zoll. Die Länge des Kindes betrug 20 Zoll 1 
Linie , die Schulterbreite 5} Zoll und das Gewicht 53 Pfund. Die 
oben erwähnten Knoten am Uterus werden nächstens genauer be- 
schrieben werden. [Berlin. med. Zeit,, 1832, Nr. 16.) (K—e.) 
155. Ist es wahr, dass das Kind sich selbst ge- 
bärt? Beantwortet von Dr. Raty, K. B. Physicus zu Potten- 
stein. Der Aufsatz ist gegen eine Behauptung des Prof. FrIED- 
REICH in der Abhandlung: Ein Wort über das Ueberraschtwerden 
von der Geburt und dem Gehären ohne Wissen (Henxe’s Zeitschrift 
(ür Staatsarzn., XI. Jahrg., 2. Hit.) gerichtet. Der Verf. nennt 
jene Behauptung, dass das Kind sich selbst gebäre, die Prof. 
FarenreicH als Erfahrungssatz aufgestellt hatte, eine unhaltbare 
Dypothese, weil die aus der Erfahrung beigebrachten Gründe 
nur Scheingründe gseyen. Nicht das Kind reisst sich von der 
mütterlichen Hülle los, sondern die Gebärmutter entledigt sich 
des ihr fremd gewordenen Körpers; und dass diese bei der Ge- 
burt das Thätige ist, beweisen das Ausstossen des Mutterkuchens 
und der Kihäute, die Frühgeburten, die Abortus, wo der vom 
mütterlichen Organismus abhängige Lebensprocess des Kindes 
noch nicht geschlossen ist; ja die Thätigkeit der Gebärmutter, 
welche seit der Empfängniss zugleich mit der Ausbildung der 
Frucht in einer fortwährenden Umwandlung begriffen war, er- 
streckt sich sogar über die Geburt hinaus ins Wochenbett, was 
der Lochienflusa (den manche Geburtshelfer ein fortgesetztes 
Gebären nennen) deutlich zu erkennen giebt. Eben 80 unhalt- 
bar ist die Meinung des Prof. Fr., dass die Contractionen der 
Gebärmutter durch den neuen im Kinde erwachten Lebensreiz 
erzeugt werden. Warum erfolgen denn diese Contractionen im- 
mer nur am Ende der Schwangerschaft, da doch der genannte 
Lebensreiz des Kindes, und namentlich die Bewegungen dessel- 
ben, schon im 5. Monate fühlbar werden? Wozu bedarf es 
überhaupt dieser Contractionen, wenn das Kind ohne Beihülfe 
der Mutter sich selbst gebärt? Warum sind die vielen ver- 
zögerten Gehurten Folgen des Schwächezustandes der Mutter 
und des Gebärorganes, da doch unter diesen Umständen das 
Kind am leichtesten von seiner Hülle sich losreissen sollte? 
Den anscheinend triftigsten Grund, dass auch Geburten während 
einer Ohnmacht, ja nach dem Tode der Mutter erfolgen, wider- 
legt der Verf. durch die Erfahrung, dass solche Kinder dann 
meist wirklich todt, oder scheintodt, also in einem Schwäche- 
/ 
lc
	        
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