Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

IE Gynäkologie und Pädiatrik. 179 
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2. md 3. überging, so dass schon am Abende dieses Tages das 
Fruchtwasser abging. Das Kind schien seit 2 Tagen abgestor- 
ben zu seyn. Schmerzhafte Wehen hielten die Nacht hindurch 
an, doch trat am nächsten Tage die vierte Geburtsperiode nicht 
ein, die Gebärende wurde mehr und mehr erschöpft, und der 
Abgang der Frucht erfolgte nicht. Nach 5 Tagen, welche die 
Frau unter den heftigsten Schmerzen zugebracht hatte, waren 
die berühmtesten Geburtshelfer Berlins der Meinung, dass wegen 
Enge des Beckens und Grösse des todien Kindes als einziges 
Rettungsmittel, doch unter übler Prognose, da die Gebärende 
so schwach sey und die Geburt schon so lange gedauert habe, 
nur der Kaiserschnitt übrig bleibe. Die Zerstückelung des Kin- 
les erklärte man wegen Enge des Beckens kaum für möglich, 
oder doch unter den sich vorfindenden Umständen für gefähr- 
licher, als den Kaiserschnitt, Die Fran wurde daher dem klini- 
schen Institute übergeben, und v. GrÄäre unternahm am 6. März 
Mittags die erwähnte Operation, die schnell und glücklich von 
Statten ging. Durch zweckmässige Vorbesorgungen uud Aufmerk- 
samkeit der Assistenten traten durchaus keine ungünstigen Kr- 
eignisse ein, in wenigen Augenblicken lag der Uterus an der 
34 Zoll langen Bauchwunde in der Linea alba geöffnet da, und 
der Austritt der Därme blieb vollkommen behindert. Behutsam 
wurde nun die Frucht entwickelt. Nach Wendung des quer- 
liegenden Kindes und zu Tage Förderung der unteren Kxtremi- 
läten wurde der übrige Körper langsam in halben Umdrehungen 
so entwickelt , dass die kleine Wundöffnung Zeit gewann, sich 
mehr und mehr auszudehnen. Der todte Knabe wurde nun der 
Mutter entnommen, die unterbundene Nabelschnur durchschnit- 
ten und die Placenta leicht entfernt, worauf sich der Uterus 
bedeutend zusammenzog und sich in’s kleine Becken stellte. 
Die Bauchwunde wurde nun vereinigt, und die Frau befand sich 
nach der Operation, während der sie ihr vollkommenes Bewusst- 
seyn behalten hatie, für die obwaltenden Umstände sehr‘ wohl. 
Schon liessen der normale Wochenfluss und die begonuene La- 
station Hoffnung zur Wiederherstellung aufkommen, als am Spät- 
abende des dritten Tages sich Alles änderte. Die Zufälle der 
höchsten Nervenabspannung wurden immer deutlicher, und Schluch- 
zen, Erbrechen, stille Delirien, unwillkührlicher Abgang des Harns 
and Kothes liessen den nahen Tod fürchten, der auch bald, und 
zwar 56 Stunden nach der Operation, durch Apopleria nervosa 
eintrat. Bei der 48 Stunden später vorgenommenen Section war 
die Bauchwnnde gleichmässig und so fest conglutinirt, dass sie 
nach Entfernung der Hefte nur mit Mühe auseinander gezerrt 
werden konnte. Von Entzündung, Eiterung, Ausschwitzung, in- 
nerer Blutung , brandiger Zerstörung oder Verletzung eines Darm- 
stückes war durchaus nichts zu sehen. Das Parenchym des 
Uterus war sehr uneben, hart, von vielen knotigen Verhärtungen 
durchwebt und ausserhalb mit mehreren‘ grossen Excrescenzen 
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