Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

il. Pathologie, "Therapie und medieinische Klinik. 153 
sender, halbseitiger Kopfschmerz, der am häufigsten die linke 
Seite einnimmt. Der früher seltene, schleimige, lockere Husten 
wird häufiger, trocken, hohlklingend, und einzelne heftige An- 
fälle desselben begleitet ein wässeriges, schleimiges Erbrechen. 
Die Darmausleerungen sind meist unterdrückt, selten im Anfange 
flüssig und reichlich; der Urin geht selten und in geringer Menge 
ab und ist meist hochroth; der Puls ist sehr beschleunigt, bald 
voll, härtlich, bald klein, zusammengezogen, Ks findet sich 
grosse Neigung zum Schlafe, doch kaum schlummern die Kranken, 
zo werden sie wieder durch heftiges Auffahren, oder den Husten 
aufgeweckt. So bringen sie meist 16 — 24 Stunden zu, worauf 
ein deutlicher Nachlass aller Zufälle von unbestimmter Dauer 
eintritt. Oft erfolgt schon nach einigen Stunden eine neue Ver- 
schlimmerung, und besonders, fast constant; stellt sich eine sol- 
che in den nächsten Tagen vor Mitternacht ein und steigt 80, 
dass die Kranken deliriren. Der Beleg der Zunge, die trock- 
ner wird, nimmt indess zu, die Lippen springen auf, die Kräfte 
sinken, und so erreicht die Krankheit den 4., höchstens den 7. 
Tag, wo sie sich, wie meist der Fall ist, durch Schweiss und 
Urin , oder, was seltener und nur in- den gelindern Graden ge- 
schieht , durch flüssige Stühle entscheidet. In einem Falle brach- 
ten reichliches ‘Nasenbluten und einige Male Achores‘ um den 
Mund schnellen Nachlass aller krankhaften Erscheinungen. Den 
kritischen Bewegungen folgt fast immer ein Schnupfen mit 
reichlichem Ausflusse aus der Nase, der Husten nimmt ab, der 
Appetit kehrt zurück, und nach wenigen Tagen sind die Kran- 
ken ganz hergestellt. — Die prädisponirende Ursache ist wohl 
nur, wofür das verbreitete Erscheinen und der Typus des Ue- 
bels, der in der Regel ein Continuus remittens war, doch auch 
nicht selten, besonders bei Erwachsenen, dem halbdreitägigeu 
nahe kam, sprechen, in eigenthümlichen atmosphärischen Verhält- 
nissen zu suchen. Als Gelegenheitsursachen liessen sich meist 
Erkältungen oder Magenüberladungen nachweisen, und als nächste 
Ursache nimmt man vielleicht nicht mit Unrecht eine entzündli- 
che Reizung der Schleimhäute, der Brust und des Unterleibs an, 
als deren Product vermehrte Schleimabsonderung mit consen- 
zueller (jehirnaffection erschien. Ob ausserdem ein Ansteckungs- 
stoff das Uebel verbreitet, lässt sich nicht genau bestimmen. 
Auffallend ist in dieser Hinsicht, dass einige Male mehrere Glie- 
der einer Familie fast unmittelbar nach einander an ihm litten, — 
Die Prognose fiel, bei zeitig angewendetem, zweckmässigem Ver- 
halten, günstig aus. Nur bei vorwaltender Neigung zu entzünd- 
lichen Gehirnleiden, war sie etwas getrübt, da nur zu leicht 
eine wirkliche Hirnentzündung erschien. — Gelindere Formen 
entschieden sich bei ruhigem, warmem Verhalten, dünner Diät 
und der Anwendung eines schweisstreibenden Thees in wenigen 
Tagen. "Trat die Krankheit heftiger auf und war das Fieber 
stark, so gab man Mandelmilch, oder ein schleimiges Getränk,
	        
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