Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

130 11. Pathologie, Uherapie und medieinische Klinik. 
sehr abgenommen ünd Phiysiognomie und Hältung verrathen Stu- 
pidität. Gehör, Geruch und Gesicht waren auf der rechten 
Seite immer schwächer, als auf der linken. Mit dem rechten 
Auge aber ‚sieht der Kranke ‚seit eine a corn. sich bil- 
dete, fast gar nichts mehr. Dass früher Diplopie zugegen ge- 
wesen, ist höchst wahrscheinlich. [v. Gräfe’s und v. Walther’s 
Journal der Chir. , Bd. 1%, Hft. 3.] (K—e.) . 
[I. PATHOLOGIE, THERAPIE und MEDICINISCHE KLINIK. 
100. Schlussresultat über die Cholera; von C. W. 
HuFeLAND. Die orientalische Cholera ist eine neue, eigenthüm- 
liche Krankheit und die nämliche, die in Ostindien beobachtet 
wurde und daselbst entstand. Ihre Ursache ist ein eigenthüm- 
licher und zwar der nämliche Krankheitskeim, der es in Ost- 
indien war und noch ist, und dieser ist nichts anderes als ein 
Contagium. Das Uebel pflanzt sich also durch Uebertragung, 
das heisst durch Ansteckung, den Begriff im weitesten Sinne 
genommen, fort, und diese Mittheilung geschieht auf doppelte 
Art, nämlich erstens durch persönliche Mittheilung und zweitens 
durch Mittheilung auf atmosphärischem oder einem andern, noch 
yanz unbekannten Wege. Was die erste Art der Mitiheilung 
anlangt, so ist selbige durch unbestreitbare Beispiele erwiesen, 
doch ist die persönliche Ansteckung sehr schwer und relativ. 
Für die zweite Art der Mittheilung spricht Folgendes: 1) Die 
Krankheit pflanzt sich oft, ungeachtet aller Verbindung, von 
einem Orte zum andern nicht fort und kommt dagegen plötzlich 
an einem weit entfernten Orte zum Vorschein, ohne dass sich 
irgend eine Ansteckung nachweisen lässt. 2) Es wurden Men- 
schen von ihr befallen, bei denen durchaus nichts von irgend 
einer Mittheilung zu ergründen war, ja es erkrankten mehrere 
zugleich, die sich gemeinschaftlich Diätfehlern und Erkältungen 
ausgesetzt hatten. 3) Die sorgfälligste Absperrung konnte bis- 
weilen die Mittheilung der Krankheit nicht abhalten. 4) Auf 
offenem Meere entstand auf einem aus dem von der Cholera freien 
England kommenden Schiffe nahe bei Riga die Krankheit, , ohne 
dass dasselbe mit irgend Jemandem Gemeinschaft gehabt hatte. 5) 
Am meisten ziehen Flussgebiete die Kraukheit an, halten sie 
(est und leiten sie fort. 6) Nach Ausbruch der Cholera an einem 
Orte wurde meist eine sehr grosse Menge von Menschen von ihr 
befallen. 7) Bisweilen ergriff das Uebel an einem Orte nur 1 
oder 2 Individuen und stand dann still. — Stellt man dagegen 
eine Krankheit auf, bei der die persönliche Ansteckung allein 
als Träger ausser Zweifel gesetzt ist, die Pest, so verhält 
sich Alles ganz anders. Man ist vor der Krankheit sicher, wenn 
man nur die Berührung vermeidet, und Quarantainen und Cordons
	        
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