Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

I. Materia medica und Toxikologie. 
103 
war man lange Zeit im Dunkeln, der Verf. beschreibt sie daher 
ganz genau.: Ausser dem intensivesten Bitter scheint zugleich 
ein scharfes extractives Princip in der Wurzel zu liegen. Sie 
wird mit Wasser abgerieben und becherweise verbraucht. Die 
Hindus wenden die Körner a) in Dysenterieen und Koliken, be- 
sonders in der Krampfkolik an; b) gegen jede genommene gif- 
tige Speise; c) die Wurzel gegen hydropische Geschwülste und 
d) auf Banda gegen den Nasenkrebs, der daselbst endemisch ist, 
Dem Verf. scheint demnach das Zeugniss für dieses Mittel gut 
genannt werden zu müssen. 23) Soulamea amara Lam. Fructus, 
Die Früchte sollen eine ausserordentliche Bitterkeit besitzen. 
Man lässt sie entweder kauen, wogegen sich die Kranken indess 
gewöhnlich sträuben, oder reicht 2 Früchte p. d., mit Wasser 
abgerieben, wobei man bis zu 5 und % Stück steigen kann. 
Ausser gegen die Cholera, in welchen sie Rumrm rühmt, giebt 
man sie noch a) in typhös - putriden Fiebern; b) gegen alle 
Arten von Kolik (hiergegen auch die Wurzel); c}) gegen genossene 
schädliche Nahrungsmittel; d} gegen Convulsionen (hier auch die 
frische Rinde im Decoct mit Muskatennuss}; e) gegen Amphi- 
biengifte. Die minder bittern Blätter scheinen mehr diuretische 
und diaphoretische Kräfte zu besitzen. ‘Sowie das Mittel bei 
den Eingeborenen in grossem Rufe steht, so glaubt der Verf., 
aus den Leiden, in denen es verordnet wird, zu schliessen, das- 
selbe mindestens als ein sehr wirksames annehmen zu dürfen. 
VIL _Amara toxico-acria. Betrachtet man überhaupt die Natur 
der Krankheiten, gegen welche die zuletzt aufgeführten Mittel 
angewendet werden, so sind es solche, welche eine partielle 
Aehnlichkeit mit Vergiftungszufällen haben; und ebenso sind die 
Mittel solche, welche nach der Meinung oder Beobachtung der Hin- 
dus eine giftwidrige Wirkung äussern. Sie sollen daher in der 
Cholera, einer, ihrer Ansicht nach, giftähnrlichen Krankheit, die 
sie deshalb auch „Upas* nennen, als giftwidrige Medicamente 
wirken. 24) Caltha Codua und Bisma Hamilton. Succus. Ks 
giebt diese Pflanze das Bishgift. Den Saft der giftigen Wurzel 
wenden die Indier vorzüglich als Geheimmittel gegen die Cholera 
an. Das Bish scheint den Hauptbestandtheil der schon mehr- 
mals erwähnten Cholerapillenmasse auszumachen, zu welcher 
ausserdem eine Menge metallischer Mittel aller Art, sowie die 
vegetabilischen im Vorigen betrachteten Säfte (nämlich von Viter 
negundo, Cannabis, Tiaridium etc.), offenbar als Corrigentia 
aromalica, verwendet werden. — Folgendes stellt der Verf. 
als wohl bedachtes Resultat seiner eben mitgetheilten Erörterun- 
gen auf: 1) Wir haben Mittel kennen gelernt, denen die indi- 
sche Medicin, wie dies auch in unserer der Fall ist, grössere 
Wirkung zutraut, als sie in der That zu äussern im Stande sind; 
wir sind aber auch solchen begegnet, die unsere Materia me- 
dica reell bereichern würden. 2) Wir haben solche angetroffen, 
die nur einen lokalen Werth haben dürften. 8) Was die Haupt-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.