Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

100 HM. Materia medica und Toxikologie. 
Zweigen des Obertheiles der Pflanze enthalten ist. IT. Subad- 
stringentia. Auch diese Classe enthält keine Herocn. 7%) Pon- 
tederia vaginalis I. Herba. Ravuor meldet, dass die ganze 
Pflanze, zerquetscht und in Milch gegeben, das Choleraficher 
heile. Der Verf. verspricht sich nichts‘ Sonderliches von ihr. 
RK) Carapa mulnuecensis Dec. Radir. Man giebt die Rinde im 
Decoct gegen Diarrhöc und Dysenterie. Obschon die Rinıle 
einen bittern Geschmack hat, so erklärte dennoch Rumpn, die 
Wirksamkeit liege hauptsächlich‘ in den salzigen Theilen des 
Wurzelholzes. 111. Amarella graveolenticq. Diese Gruppe von 
indischen Choteramitteln enthält diejenigen, in denen das Bitter- 
liche mit einem unangenehm- riechenden Principe verbunden ist. 
Aus dieser Verbindung sollen sich eigenthümliche specifische Wir- 
kımgen entwickeln. 9) Tiaridium indieum Lehm. Succus, Von 
diesem Gewächse, welches man auch bei uns in den Gewächs- 
hänsern zieht, wird der Saft des Krautes zu den späterhin zu 
erwähnenden Cholerapillen zugesetzt. Der Grund, warum dies 
Mittel dem Hauptmedicamente in der Cholera zugesetzt wird, 
'össt sich nur vermuthenz es wird nämlich gegen den Biss ge- 
wisser giftiger Thiere, sowie gegen das in Indien epidemische 
Leberübel gebraucht. 30) Morinda citrifolia Dec. Folia. Die 
Blätter, welche gleich der frischgeschälten Rinde einen starken, 
nnangenehmen Geruch haben, werden in Java gegen Dysenterie 
nnd Cholera in Anwendung gezogen. Auch äusserlich benutzt 
man sie gegen Kolik von Flatulenz, indem man sie mit Cocos- 
wussöl bestreicht und anf den Unterleib legt. Endlich giebt man 
auch gegen Kolik die Wurzel im Decoet. Das Mittel scheint 
sonach antispasmodische Kräfte zu besitzen: 10) Justiria Gen- 
durussa I. Radir. Das Gewächs findet sich bei uns in jedem 
botanischen Garten, Rumpu sagt. ..Hadir cum aqua contrita 
vonducit contra cholerum albam.“ Hierin Kegt wahrscheinlich 
eine Mindeutung auf die Cholera mit weissen Excretionen. Beim 
Volke steht das Gewächs in grossem Ansehen. In der Cholera 
nag ef als Ar* "Are seo refrigerandi benutzt werden. 32) 
Tr. en yes Dee. Pridiy, Die ganze Pflanze ist bitter, 
“und übelriechend. Drecaxnonse nennt den Geruch stra- 
monenmartig. Der Ausdruck Ruvune)s „choleram deprimit“t 
spricht sehr für ihre grosse Wirksamkeit, doch bleibt es zwei- 
Ffelhaft, welches die Art ihrer curativen Beziehung sey, um so 
mehr, da die Wurzel pnrgirende Eigenschaften besitzt. IV. Gra- 
beolentia harcotice, Unter diese Classe gehört nur ein Mittel, 
es ist 13) Cannabis indica Lam. Herba. Zwar ist diese Pflanze 
wohl dieselbe mit unserer Satirnm L., doch durch den tropisch- 
Faterländischen Mimmel wahrscheinlich viel kräftiger in ihrer 
Wirkung, Wenn maıt Alles, was über den Hanf bekannt ist, 
zusammenstellt , so scheint er a) wegen seiner aufregetn- 
den Wirkung besonders auf das Gangliensystem des Unterleibes 
hbnd auf das arterielle System, b) wegen seiner fixen Bestand-
	        
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