Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

II. Pathologie, Therapie und medieinische Klinik, 9% 
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mosphärische und persönliche Contagium der orientalischen Cho- 
lera unmittelbar zerstörenden Mittels gebricht. Dass das Chlor 
ein solches sey, möchte wohl bezweifelt werden. —- Wenn aber 
schon oben angegeben wurde, dass eine gemeinschaftliche Basis 
der Krankheiten und eine gemeinschaftliche Wirkung derselben 
sich finde, und dass dabei der plastische Process seine durch- 
greifende Rolle spiele, so sind Zeugen hierfür die Heilkraft 
der Natır und die Wirksamkeit der Kunst. In letzterer Be- 
ziehung sind besonders die Mineralien mit ihrer den plastischen 
Process beschränkenden Wirksamkeit die Leiter zur Erkenntnisa 
der Natur der Krankheiten. Für die Richtigkeit dieser Ansicht 
spricht neben anderen Umständen besonders der, dass praktisch 
glücklich nur derjenige Arzt ist, welcher im- Anfange jeder 
Krankheit, nächst der Rücksicht auf die Stimmung des Blut- 
lebens, alle Aufmerksamkeit auf den Herd aller Bildung, auf 
die Instrumente des Bauchgangliensystemes, richtet, 
während ihres Verlaufes, seibst bis zum Momente ihrer Ent- 
scheidung, auf den plastischen Process reducirend einwirkt, auch 
während der Reconvalescenz diese Maassregel nicht unterlässt, 
reizend stärkende Arzeneien grösstentheils vermeidet ‚selbst mit 
der nährenden Diät nicht zu schnell ist und vorzüglich auf Er- 
haltung des Gleichgewichtes auf diätetischem Wege denkt. Die 
ganze ärztliche Behandlung beruht also 1) auf der prophylakti- 
schen und curativen Wirkung der Diät; 2) auf Entscheidung der 
plastischen Processe; 3) auf Befreiung der Gebilde höherer Di- 
gnität, theils durch unmittelbare Beschränkung ihrer lebendigen 
Attractionskraft zur Krankheit, theils mittelbar durch Hervor- 
rufung der Gegensätze zur Leitung der Krankheit auf ihre Ge- 
burtswege; 4) auf Erhaltung des Gleichgewichtes unter den Ab- 
scheidungskräften; 5) auf Anwendung verschiedener Nervina, 
zur Reduction des Vergeistigungsactes, wenn er mit dem Verfalle 
der Plasticität nicht sinken und besonders die Form ihn lebhaft 
aussprechen sollte und 6) auf Anwendung der den Reproductions- 
trieb steigernden Mittel. — Nimmt man nun nach dem bisher 
Augedeuteten eine gemeinschaftliche organische Grundlage der 
Genesis der Krankheiten an, so muss man sich auch zu einer 
gemeinschaftlichen Wirkungsweise derselben bekennen, und es er- 
giebt sich also, wenn man jene als centrisch, diese als excen- 
irisch auffasst, dass, wie die Krankheiten Product des Ganglien- 
eystemes sind, sie auch Träger seiner plastischen Lebensidee seyn 
werden, die sie im freien Zustande realisiren, dass also das We- 
sen der Krankheiten in einem qualitativ veränderten und 
gesteigerten Verhältnisse der Plasticität bestehe. Da 
aber vom Wesen der Krankheiten meist nur dann gesprochen 
wird, wenn sie aus ihrem gebundenen Zustande getreten sind, 
and wenn man es mit ihren Formen zu thun hat, so muss man 
nicht auf eine derselben, sondern auf alle sehen, und a priori 
schon schliessen, dass sie bei aller Verschiedenheit im Aeusserp
	        
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