Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

A IM. Pathologie, Therapie und mediecinische Klinik, 
Als ’organisches Centrum des physischen Lebensgeistes‘ tritt nun 
das Bauchgangliensystem auf, und eben dies ist auch der gemein- 
same Zeugungsherd der Krankheiten. Die mannigfaltigsten 
Formen qualitativ verschiedener Krankheiten sind bloss Wirkung 
der Strahlen einer und derselben Sonne, des Plexus solaris, und 
jene Formen werden aus dem directen Einflnsse des Urlichtes, 
aus seiner Reflexion — Sympathie — und aus der Beschattung 
— Gegensatz — so wie aus der Entwickelung der an die Krank- 
heit gebundenen Doppelkraft, der quantitativen und qualitativen, 
und aus ihrer allgemein plastischen Tendenz construirt. Wie 
aber das Menschenleben nach zwei zur Einheit verbundenen 
Richtungen , näch Vergeistigung und nach Verirdung, strebt, die 
beide gleichzeitig eminiren, sinken, und als Gegensätze sich 
offenbaren können, so kann man, wenn der Zeugungsact der 
Krankheit als ein aus dem organischen Centrum des vegetabili- 
schen Lebens hervorstrebender Vergeistigungsact aufgefasst wor- 
den ist, a@ priori schon schliessen, dass er zum Verirdungsacte 
des Organismus in dasselbe Verhältniss treten könne, was denn 
auch die Erfahrung sattsam bestätigt. — Wenn nun das Bauch- 
gangliensystem als Schöpfer einheimisch erzeugter Krankheiten 
anerkannt zu werden verdient, so muss es auch, nach analogen 
Schlüssen als Reproductionsorgan für die atmosphärischen Krank- 
heiten aufgefasst werden, gleichviel welchen Kingangspunkt am 
Organismus sie finden mögen. Nur unterscheide man die Zeu- 
gungs- und Reproductionsstätte auswärtig gezeugter Krankheiten 
von ihrer Bildungsstätte, und erwäge das verschiedene Affinitäts- 
verhältniss der Krankheiten und die nicht seltene Verwandtschaft 
der Krankheiten zum Zeugungsherde selbst, mit welcher das 
Gangliensystem den 3fachen pathischen Functionen, als Keim 
zeugendes, ihn tragendes und plastisches Organ, entspricht. 
Die orientalische Cholera gehört zu den Krankheiten, bei denen 
das Bauchgangliensystem in den bezeichneten dreifachen pathi- 
schen Functionen als ein den atmosphärischen Krankheitskeim 
anziehendes, ihn reproducirendes und plastisches Organ auftritt. 
Hieraus ergiebt sich die Wirkungsart der bisher bekannten Prä- 
servativcur gegen die Cholera. ‚Sie beschränkt sich, um sie kurz 
zu beschreiben, auf angemessene Erregung des Gangliensystemes 
in plastischer Beziehung, zur Verhütung seines sensiblen Auf- 
schwunges u, 8, w.,. und bezweckt den Schutz des Ganglien- 
aystemes, nicht allein durch die Erhaltung des Gleichgewichtes 
in allen Dimensionen, sondern sogar auch durch Vebersteigerung 
des Lebens der äusseren Oberfläche und des Athmungsorganes, 
Es giebt also Präservative gegen die Cholera, and zwar kräftige, 
die zu bekannt sind, als dass sie hier anfgeführt werden müss- 
ten. Doch vermisst man unter ihnen 2 für sensible Personen 
geeignete Nervina, das Kıtr, hyosc. und die Aqua amygd, amar, 
Die eben erwähnte prophylaktische Cur aber wird 80 lange ent- 
schiedenen Werth behalten, als es an Kenntniss eines das at-
	        
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