Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

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I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 61 
auch seltener in Wechselfieber über. Ein tödtlicher Ausgang 
wurde nie beobachtet, die Reconvalescenz verzögerte sich aber 
oft ungemein, und die Entkräftung hielt noch viele Wochen an. 
Bisweilen folgten derselben leukophlegmatische Anschwellungen, 
und auch schlimmere Rückfälle: blieben oft nicht aus, — Der 
Charakter der Krankheit war wohl nervös, d. h. die sensible 
Sphäre war die ursprünglich leidende, und der Krankheitsherd 
in den Nervenplexus des Unterleibes, besonders in den über 
Leber und Magen sich erstreckenden Ramificationen zu suchen. 
Die Nerven des reproductiven: Systems litten primitiv, die Hirn- 
erscheinungen aber waren consensuell und keineswegs entzünd- 
lich; sie hingen von verletzter Integrität des splanchnischen 
Nerven ab und erschienen nur als Symptome jener. — Im AN- 
gemeinen könnte man die Krankheit Febris splunchnica nennen, 
Als gastrica ist sie nicht aufzuführen, da die grosse Mitleiden- 
schaft der Leber nicht zu läugnen ist, doch ist diese auch 
nicht hervorstechend genug, um das Uebel Gallenfieber zu nen- 
nen. Das Fieber zeigte sich als F. remittens und verlief als sol- 
che, oder ging in ein Wechselfieber über, das Anfangs mit der 
F. remittens gleichzeitig bestand und einen Hemitritäus bildete, 
später aber als reine intermittens vorkam.‘ Die langsamer ver- 
laufende Form war eine Febris rheumatico-splanchnica. — Was 
die Ursachen dieses epidemischen Fiebers anlangt;, so scheint 
ein Wechsel der Cantonnirung wesentlichen Einfluss auf Be- 
gründung und Entwickehung desselben gehabt zu haben. Eine 
bisher bewohnte trockene Gegend wurde mit: einer von stagni- 
renden Gewässern umgebenen , an den Ufern der damals hoch- 
stehenden Havel und der von ihr gebildeten Seen vertauscht. 
Nächstdem regnete es fast fortwährend bei den Uebungen der 
Truppen,‘ denen Fleischnahrung, ein kräftiges‘ Bier und guter 
Branntwein noch dazu abgingen.‘ Täglich erkrankten‘ nun 10 
—20 Mann von diesem, sonst sehr wenig Kranke habenden, 
Regimente, und erst als dasselbe 3 Wochen unter‘ ändern Ver- 
hältnissen lebte, nahm die Krankheit ab. Bei der Heilung 
wurde als erste Indication Umstimmung der Nerventhätigkeit 
der Abdominalorgane, mit Berücksichtigung der localen Affe- 
ction des Hirns, aufgestellt und die antigastrische Methode vor- 
zugsweise eingeleitet. WVomitive waren durch kein anderes 
Mittel zu ersetzen und wurden nur temporär durch hartnäckige 
Leibesverstopfung contraindicirt. Sie waren bei den Vorboten, 
so wie bei beiden Formen der Krankheit unerlässlich, und oft 
beugte man durch dieselben dem Ausbruche des Fiebers vor. 
Am passendsten bewies sich Tart. stibiatus‘ mit Zucker, der, 
ausser ergiebigen galligen Ausleerungen von oben, auch meh- 
rere ähnliche, den Kranken nicht schwächende Stühle hervor- 
brachte. Wo nach Ausleerungen die Krankheit anscheinend als 
entzündliches Fieber fortwährte, war das Haııers’che Sauer 
sehr nützlich. Bei hartnäckiger Leibesverstopfung bewährten
	        
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