Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

50 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
der Wechselfieber, aus denen die Cholera sich nie entwickelt, 
deutet auf Veränderung der atmosphärischen. Verhältnisse und 
lässt somit das baldige Verschwinden der Brechruhr hoffen. 
[Allg. medic. Zeitung, 1832, No. 3. S. 33—35] (K—e.) 
56. Beschreibung eines epidemischen Fiebers, 
welches im Monat August und September 1830 un- 
ter den Truppen des Königl. 3ten Husaren - Regi- 
ments. geherrscht hat. Vom Dr. Jenigz in Eisleben. — 
Die Krankheit begann, nachdem einige oder mehrere Tage Lass- 
heit, Kopfschmerz, Abnahme der Esslust, Aufstossen, Würgen, 
Unterdrückung oder Vermehrung der Stuhlausleerungen, Span- 
nung des Unterleibs, gelbe Färbung der Haut, unruhiger 
Schlaf etc. zugegen gewesen waren, ‚unter zunehmendem Sin- 
ken der Kräfte, mit Frösteln von. grösserer oder geringerer 
Heftigkeit, und trat in zwei wesentlich verschiedenen Formen 
auf, Bei. der einen derselben, ‚bei der mehr acuten Form, 
folgte dem Frösteln grosse Hitze, das Blut drang nach oben, 
der Kopfschmerz wurde der heftigste, der Kranke immer unru- 
higer, und es trat selbst Delirium ein. Der nicht zu frequente 
Puls war voll, gross, doch weich, die Zunge meist belegt, 
heiss, trocken, der Durst gewöhnlich sehr stark, der Appetit 
fehlte, Stuhlausleerung war selten, der Unterleib meist em- 
pfindlich und gespannt, die Haut heiss, trocken, brennend. Die 
fieberhaften Erscheinungen exacerbirten oft auf sehr heftige, 
mit dem Fieber in keinem Verhältnisse stehende, Weise, und 
am Morgen war deutliche Remission. zugegen, doch vertrieb der 
bohrende Kopfschmerz den Schlaf, wodurch die Kräfte immer 
mehr sanken. Das Gemüth der Kranken war jedoch weniger 
deprimirt, wahrscheinlich weil sie wegen des Kopfschmerzes 
nicht zur Reflexion über ihren Zustand kamen... — Bei der 
weniger hitzigen, mehr rheumatischen Form kehrte 
das Frösteln in unbestimmten Zeiten wieder. Die Hitze, der 
eine feuchte Haut folgte, war nicht so bedeutend, ziehende 
Schmerzen fanden sich aber am Halse, in den Schultern. und 
Hüften, seltener in der Brust; Exacerbatianen und Remissionen 
des Fiebers traten nicht regelmässig. einz der auch hier die 
Glabella einnehmende Kopfschmerz. war minder heftig, mehr 
drückend; unter Leibschneiden erfolgten übelriechende Stühle, 
oder die Excretion des Stuhls war unterdrückt; oft stellte sich 
Freiwilliges Erbrechen mit Erleichterung ein, die Entkräftung 
aber nahm zu, der Körper bedeutend ab, bei grossem Durste 
fehlte der Appetit, und das Bild der Kranken war das des Jam- 
mers. Die acute Form währte 5—8 Tage und entschied sich 
entweder durch Nasenbluten, bedeutenden Schweiss und: flüs- 
sige, gallige Stühle, oder ging in ein regelmässiges, meist 3tä- 
giges Wechselfieber mit geringem Frost, aber desto, grösserer 
Hitze über. Die mehr rheumatische Form verlief langsam, 
hielt Wochen lang an und zeigte keine wirklichen Krisen, ging 
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