Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

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I. Pathologie, Therapie und. medicinische Klinik.” 59 
wirkungen sehen will, die Witterung. während. des Kranken- 
transports‘ seyn. — In einer Note: bemerkt Hr. Dr. SAcus, 
ler längere Zeit in der Medicinalabtheilung bei der Berliner 
Verwaltungsbehörde des Gesundheitscomite€ beschäftigt war, 
dass polizeilich geführte Listen für: meteorologische Calcule die- 
ser Art als. durchaus unzuverlässige Basis verworfen ‘werden 
müssten, dä theils diese Angaben. mehrere Erkrankungsfälle gar 
nicht. enthielten; theits die aufgeführten spätern Datis, als de- 
nen, an welchen sie wirklich vorgekommen , wegen nachlässiger 
Meldung einverleibt werden wären. [Berliner medie. Zeitung, 
1832, No. 1: SS. F—11.] (K—e.) 
55. Einige Worte über ‚die asiatische Brech- 
ruhr. Von Dr, v.. Vering in Wien. — Die Cholera entsteht 
von Einwirkung tellurisch-atmosphärischer Einflüsse auf‘ die 
verstimmteit Unterleibsnerren, wodurch, in Folge: krampfhafter 
Zusammenziehungen der Därme,- die Mündungen der Sanugge- 
fässe an der innern Fläche derselben einen wässerigen Theil 
dem Blute entziehen, der durch Mund und After ausgeschieden 
wird. Das immer schwerflüssiger werdende Blut tritt aus den 
Gliedmaassen zurück, die thierische Wärme nimmt ab, ünd es 
beginnt ein allgemeiner krampfhafter Zustand, der mit. Starr- 
krampf und Lähmung endigt. -Diese‘ Ansicht bestätigen nicht 
nur die bei Sectionen bemerkte Hervortreibung jener Mündun- 
gen der Sauggefässe und das schwerflüssige , in .den grossen 
Gefässen angesammelte Blut; sondern: auch des Verf. Em- 
pfindung auf dem Krankenlager. Das directe Heilverfahren be- 
steht demnach in möglich schneller Aufhebung der Wirkung je- 
ner. Einflüsse auf die erwähnten Nerven. Bei kräftigem Kör- 
per und bei beginnender Krankheit haben heisses Wasser, heis- 
ser Thee und warme Umschläge unter heftigem Schweisse oft 
das Uebel beseitigt, auch. sind solche Schweisse nicht selten 
helfend in Folge der Heilkraft der Natur aufgetreten. Kälte 
entspricht diesem Zeitranme durchaus nicht. Von grossem Nu- 
tzen aber ist die Ipecacuanha, die eine Umstimmung der Un- 
terleibsnerven - bedingt und durch: Senfteige sehr unterstützt 
wird. Aderlass vor diesem Mittel ist selten, öfter noch An- 
wendung von‘ Blutegeln nöthig. Im zweiten Zeitranme hinge- 
gen, der sich durch Kälte und weisse Zunge verräth, ist be- 
sonders vom Campher und von Kälte Hülfe zu erwarten. Dass die 
Cholera auch auf andere Weise geheilt worden ist, läugnet der 
Verf. nicht, da er- aber auf die angeführte Weise von 40 
Kranken 38 rettete, 8 glaubte &r dieselbe bhekätnint machen 
zu müssen. — Noch bemerkt V., dass die Bösartigkeit und 
schnelle Tödtlichkeit der; wie alle Nervenleiden, nnır bedingt 
ahsteckenden Krankheit abnahm, als man Absperrungen ete. 
aufhob; ‚und dass auch im Wien Wechselfieber der Cholera 
vörausgingen, während ihrer Herrächaft verschwänden und erst 
wieder. mit ihrer: Abnahme auftraten. ‘ Dies Wiedererscheinen
	        
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