Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

58 I. Pathologie, Therapie und medieinische‘ Klinik. 
Winter ein grösseres Maass der relativen Feuchtigkeit, als im Som- 
mer, während es sich mit der absoluten umgekehrt verhält. Der 
angeführten Schrift nach findet sich ein grösserer Zusammenhang 
mit ersterer, als mit letzterer, nach der allgemeinen Erfahrung 
würde man es umgekehrt vermuthen müssen; man sieht also schon 
hier, wie thätig der Zufall war. Wendete man ein., was aller- 
dings wahrscheinlich ist, dass es unabhängig von der Dunstmenge 
einen besondern Einfluss der Jahreszeiten gebe, so zeigt dies nur, 
wie unsicher ein Schluss aus so wenigen Datis ist. Und wenn man 
nun gar nachweist, dass andere ganz unabhängige Ursachen zu- 
fällig mit der Luftfeuchtigkeit zusammentreffen? - Dies war zwi- 
schen dem I. und 5. October, wo in Berlin die Cholera ein zwei- 
tes Maximum erreichte, der Falt, da Tausende in diesen Tagen 
ihre Wohnung änderten, sich‘ aus ihrer täglichen Lebensordnung 
rissen und der Feuchtigkeit und dem Verdrusse aussetzten, 
Ueberhaupt war der Feuchtigkeitsgang in diesen 5 Wochen ziem- 
lich gleichförmig.. Auf den Einfluss der Wochentage hat man 
schon früher hingedeutet, und die Lebensweise der untern Stände 
erklärt hinreichend Einwirkungen dieser Art. Die Resultate: von 
1% Wochen zeigen, dass z. B. die Erkrankungen des Sonntags zu 
denen des Donnerstags sich wie 1 zu 2 verhalten , was auf die Av- 
GusTs’chen 4tägigen Mittelzahlen grossen Einfluss ausüben musste, 
da diese Perioden eigentlich Wochenhälften sind. Das + der Er- 
krankungszahlen, eins ausgenommen, liegt in der zweiten Wo- 
chenhälfte. -Es ist hier nur auf einige Ursachen hingedeutet wor- 
den, deren Einfluss jedoch nicht unbedeutend ist. In einer län- 
gern Zeitperiode würden sich diese ziemlich ausgeglichen haben. 
Um jedoch zu sehen, wie die Vergleichung, nach bessern Datis, 
im Laufe eines Vierteljahrs ausfallen würden, verglich der Verf. 
die Biesson’schen Erkrankungszahlen mit den von AUGUST ange- 
gebenen Procenten der Fenchtigkeit auf mehrfache Weise und 
fand unter 92 Fällen, dass keine Einwirkung sich herausstellte. 
Da die mehrtägigen Mittel dem Prof. AucvosrT eine grössere Ue- 
bereinstimmung zeigten, so verglich M. die viertägigen und fand 
allerdings über die Hälfte Uebereinstimmungen, was schon etwas 
beweisen könnte, wenn die Rede von einem Jahrgange wäre. 
Wollte män gleichwohl einen Einfluss der Luftfeuchtigkeit vor- 
aussetzen, so würde er sich am entschiedensten nach 24 Tagen 
manifestiren. Von keinem bessern Erfolge waren die Vergtei- 
chungen mit andern meteorologischen Datis, z. B. den täglichen 
Temperaturdifferenzen. Auch‘ der relativen Sterbezahl hat Au- 
GeST gleiches Gewicht mit der Erkrankungszahl beigelegt, doch 
scheint es gewagt, als Metkoroloe entscheiden zu wollen, ob 
und wie viel Einfluss die Witterung des Todestages auf den 
erfolgenden Tod habe. Wahrscheinlich ist‘ dieser bei sorgfäl- 
tiger Pflege und wo der Arzt die Temperatur und Dunstmenge 
des Krankenzimmers' reguliren kann, sehr gering. Von mehr 
Wichtigkeit‘ möchte | went‘ ma einmal auf atmösphärische: Ein- 
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