Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

VI. Gynäkologie und Pädiatrik. 
der Katheter entfernt werden; der Urin ging wieder gehörig ab. 
Nach Verlauf von 18 "Tagen war die Kranke ganz hergestellt z 
Schwangerschaft und Geburt verliefen glücklich, und es hat keine 
Ortsveränderung des Uterus wieder Statt gefunden. — 2) Eine 
37jährige, zarte Frau, zum zweiten Male schwanger , strengte 
sich bei den Hülfleistungen, die sie ihrer alten, kranken Mut- 
ter reichte, sehr an, als sie im 3. Monate ihrer Schwanger- 
schaft vage Schmerzen in der regio lumbaris und hypogastrica 
empfand. Der Leib schwillt an, der Urin hört auf zu fliessen, 
die Blase wird ausgedehnt, Dyspnöe, fieberhafter Puls, Ge- 
schwulst der untern KExtremitäten stellten sich ein, und die 
Kranke kann sich nicht bewegen. Ein befragter Arzt (der doch 
wohl die Kranke nicht gesehen hat) verordnet diuretica !! Acht 
Tage erduldet die Kranke unsägliche Schmerzen; da tritt Abor- 
tus ein und mit ihm verschwinden alle Zufälle. 3) Dieselbe Frau 
wurde , als sie zum dritten Male schwanger und die Schwanger- 
schaft bis zum 3. Monate vorgerückt war, von den nämlichen 
Zufällen befallen, die so eben beschrieben worden sind, und 
wiederum, nachdem sie ihrer kranken Mutter hülfreich beige- 
standen hatte. Acht Tage hat schon der Zustand gedauert; seit 
6 Tagen hat die Kranke weder Urin, noch Darmkoth und Winde 
entleert; sie kann nicht im Bette liegen, sondern sitzt bald, bald 
liegt sie auf der schiefen Lehne eines Grossvaterstuhles, ‚ohne 
die geringsten Bewegungen machen zu können. Die Schmerzen 
im Uterus sind treibend, setzen nur kurze Zeit aus; Durst, häu- 
figer Puls, grosse Ermattung Am Eingange der Scheide findet 
P. eine beträchtliche, von der hintern Scheidenwand bedeckte 
Geschwulst. Diese Wand ist erweicht, gefaltet (?) und gegen 
die vordere gedrückt. Die Geschwulst, die den ganzen untern, 
ziemlich weiten Beckenraum auszufüllen scheint, drückt die 
Harnröhre gegen die Schambeine. Hoch hinter diesen liegt der 
erweichte , halbzirkelförmig gekrümmte Mutterhals, den P. nur 
mit Mühe und wenn er die Geschwulst stark nach hinten drückt, 
erreichen kann. Bei der Exploration durch den Mastdarm fin- 
det er, dass der Muttergrund in der Höhlung des Kreuzbeines 
liegt. Es ist also retreversio uteri completa vorhanden. Da sich 
die ungeheure Ausdehnung der Blase jedem Repositionsversuche 
widersetzt, so zapft P. vor allen Dingen den Urin ab, nach des- 
zen Abflusse eine 80 grosse Erleichterung aller Symptome ein- 
tritt, dass die Kranke aufstehen und ziemlich schnell in’s Bette 
gehen kann. Nun macht P. die Reposition, indem er mit 2 Fin- 
gern der einen Hand im die Scheide, mit 2 Fingern der andern 
in, den Mastdarm eingeht. Die Manipulation ist mit keinen be- 
deutenden Schwierigkeiten bei der Weite des Beckens und der 
Nachgiebigkeit und Schlaffheit der Mutterbänder verbunden. Ein 
Katheter wird in der Haruröhre liegen gelassen. Die Frau fühlt 
sich in wenig Stunden so wohl, dass sie gegen P.’s Verbot das 
Bett verlässt, wobei sich der Katheter verschiebt und aus der 
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