Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

VII. Staatsarzneikunde. 
Ob das Varfoloid eine durch die Impfung modifieirte Blatter, eine 
Zwittergeburt sey , oder eine selbstständige Krankheit, wird :der 
Verf. in der Fortsetzung dieser Abhandlung. untersuchen, ‚doch 
bemerkt er schon im Voraus, dass er das Varioloid mit Hureg- 
LAND und MorkAu De Jonnes für eine neue Art Pocken, die’erst 
seit einigen Jahre nach Europa gebracht worden; ‚ansehe. So 
wird er sich anch in der Fortsetzung über die Gebrechen der Vac- 
cination: zunächst in Baiern nnd die Mittel zu deren Beseitigung 
aussprechen. (Fortsetzung folgt.) [Henke’s Zeitschrift, 1Ates 
Ergänrsungsheft, S. 303—344.] u A (L.) 
42. Welche Mittel hat der Staat zu. ergreifen, 
um zu verhüten, dass Jemand lebendig begraben 
werde? Von Dr. Karı Luowie Kaıspn, Amtsphysicus zu 
Geisa. Oft sind schon mannigfache Vorschläge zur Verhütung 
der Gefahr, scheintodt begraben zu werden, von den würdigsten 
Männern unserer Kunst ‘gemacht worden, aber leider blieb es 
nur zu oft bei den Vorschlägen. Zwar haben sich hier und da 
Privatvereine in dieser Angelegenheit gebildet, aber diese sind 
vereinzelt und zufällig; ihrer segensreichen Wirkung stehen Vor- 
artheile, Anordnungen, welche die Benutzung der von ihnen 
gegründeten Anstalten besonders für die ärmern Klassen unzu- 
zänglich machen, mangelhafte Handhabung der getroffenen Vor- 
schriften u. s. w. entgegen. Es muss daher ‘Angelegenheit des 
Staates seyn, ‘dafür zu sorgen, dass Niemand:scheintodt begra- 
ben werde; der Staat muss die nöthigen Anstalten und Vorkeh- 
mngen treffen und durch seine Sanitätsbeamten ausführen lassen; 
diese Anstalten müssen allgemein seyn; Niemand darf dem Zwe- 
cke der Anstalt entgegenhandeln.. Um besonders aueh :von den 
Landbewohnern; ‘welche mehr als“Stadtbewohner dieser. Gefahr 
ausgesetzt‘ sind, dieselbe abzwwenden; ‚schlägt der. Verf. wor: 
1) Dem in vielen Ländern sehon bestehenden Gesetze, dass kein 
Verstorbener früher als 72 Stunden nach dem: Tode begraben 
werden soll; ist hinzuzufügen: aber auch :dann: erst, wenn ‘die 
Hauptkennzeichen des Todes ‚besonders die Fäulniss , : eingetre- 
ten sind. Um das wirkliche Eintreten des anzweifelhaften Todes 
bestimmen zu‘ können, ‘ist 2) die Touütenschatu unerläss- 
lich. Da aber nur in Städten :ein Arzt dieses Geschäft überneh- 
men kann, so ist für jedes Dorf ein verständiger Einwohner zu 
wählen, und vom Physicus über die Kennzeichen des Todes ige- 
nau zu belehren. Dieser giebt nach der Todtenschau: am: drit- 
ten Tage nach dem Tode einen Befundschein an den Physieus 
ab, welcher bei Amwesenheit der zuverlässigsten‘ Kennzeichen des 
Todes einen Beerdigungssehein ausstellt, Wenn aber bei einem 
Gestorbenen nach 72 Stunden’noch Mehrere der sichersten Merk- 
male fehlen, so ist der Leichnam 3) in ein Leichenhaus zu 
bringen. Dieses ist in jedem‘ Dorfe mit wenig Kosten herzustel- 
len, da ’es dazu nur einer Stube und einer Kammer bedarf, und 
von Geräthschaften nur: ein Tisch, zwei Stähle, eine Uhr mit ei- 
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