Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

IV. Materia medica und Toxikologie. 469 
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896. Der Kaffee als Desinfectionsmittel nach 
Werss’s Empfehlung; vom Prof. Dr. Ravıwvs in Leipzig. 
Nachdem R. die meisten der gebräuchlichsten Luftreinigungs- 
mittel häufig geprüft, alle aber unzulänglich, oder gar nach- 
theilig gefunden hatte, griff derselbe mit Vertrauen, da das 
DEvrRıENT’sche vortreffliche schwarze KEssigräucherpulver für Viele 
und besonders für öffentliche Anstalten zu kostbar ist, zu dem 
von Wunsss zu Freiberg zur Zerstörung übler Gerüche, besonders 
animalischer, neuerlich empfohlenen Kaffee und fand sich auch 
in seinen Erwartungen keineswegs getäuscht. Die meisten 
Versuche stellte er im Versorgungs- und Waisenhause zu St. 
Georg in Leipzig an und wich nur darin von der gewiss hin- 
reichend bekannten Angabe des Dr. Weıss ab, dass er den 
Kaffee nicht zu einem feinen, sondern nur zu einem groben 
Pulver stossen liess, da dieses, auf eine über ein Kohlenbecken 
gelegte Blechstürze gestreut, dieselben Dienste zu leisten, ja 
darin noch einen Vortheil zu bringen scheint, dass es bei etwas 
starker Hitze nicht so leicht verkohlt, und so ein, besonders 
Brustkranken unangenehmer Rauch vermieden wird. Lässt man 
es nur bis zur leichten Bräunung des Kaffees kommen, so ent- 
steht fast gar kein Geruch, am wenigstens ein belästigender, es 
verschwindet nur der üble und kehrt nicht wieder,. wenn neue 
Ausdünstungen nicht erzeugt werden. — Am auffallendsten be- 
stätigte der Kaffee als Desinfectionsmittel seinen grossen Nutzen 
auf den Abtritten einer öffentlichen Anstalt, die zu den. ver- 
pestetsten Orten gehören, auch zeigte, sich die Angabe des Ent- 
deckers hinsichtlich des Geruches von Speisen richtig. Ausser 
dem eben Mitgetheilten haben auch andere Aerzte sich schon 
hinreichend von der Wahrheit der Weıss’schen Angaben über- 
zeugt. Günrtz desinficirte mit ausgezeichnetem KErfolge durch 
Kaffeeräucherungen ein durch Oeffnen mehrerer Büchsen mit 
in Spiritus liegenden Seefischen verpestetes Local, und Bock 
benutzte dieselben auf dem: anatomischen Theater zur Desinfe- 
etion übelriechender Spirituspräparate. — Was noch die Kaffee- 
bohnen selbst anlangt, so muss man beim Trocknen derselben 
nicht zu starke Hitze anwenden, weil sie sonst an Kraft verlieren. 
Auf die Art des Kaffees kommt übrigens nicht viel an. Der 
ordinaire leistet dieselben, wo nicht bessere Dienste als der 
feine, da er mit reichlicherem Fettstoffe als dieser versehen ist. 
Nachtheilige Wirkungen liessen sich bei zweckmässiger Anwen- 
dung durchaus nicht auffinden. [ARadius’s allgem. Cholera Zeit., 
Nro. 66.) (K—e.). 
39%. Anwendung des Sauerstoffgases in der 
Cholera. Da in der Cholera das Blut Mischungsveränderungen 
erleidet, und Lungen- und Gefässsystem Erscheinungen verminder- 
ler Kraftäusserung darbieten, so wendete Baun in Berlin bei 
6 Kranken das Sauerstoffgas, das schon, z. B. in Petersburg,. 
nicht ohne Nutzen versucht worden war, so an, dass das in
	        
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