Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

168 IV. Materia medica und Toxikologie. 
grüne, gelbe, auch wohl bräunliche Farbe, die sich der aus 
Ihnen entwickelnden Erweichung mittheilt. Die dunkleren Farben 
der erweichten Theile sind wohl aufgelösten Säften zuzuschrei- 
ben. [Gersow’s und Julius’s Magazin, Jan. Febr. 1832.] 
(H—L) 
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[V. MATERIA MEDICA und TOXIKOLOGIE. 
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395. Dass Chlorgas kein Desinfectionsmittel sey, 
dafür hat sich der Londoner Gesundheitsrath (central board of 
health) nach Prüfung der Aussagen der bewährtesten Aerzte 
entschieden. GreGory, Arzt am Pockenhospitale und TwEEDIE, 
der an dem Fieberhospitale angestellt ist, sind der Meinung, 
dass Chlorgas das Umsichgreifen ansteckender Fieber in ihren 
Hospitälern nicht verhindert habe. Bei einem in dem Seamans- 
Hospitale grassirenden Fieber hat RovprLL nicht bemerken 
können, dass das Chlorgas die Vebertragung des Fiebers von 
einem Kranken auf den andern verhindert hätte. LATHAM, BRIGHT 
und ELLIOTSON, Aerzte am Bartholomäus-, Guy- und Thomas- 
Hospitale, haben keine Erfahrungen über das Chlorgas gesam- 
melt, setzen aber ihr Vertrauen einzig in Lüftung der Kranken- 
zimmer und in die Maassregel, die Betten der Fieberkranken so 
weit als möglich von einander zu trennen. RozEerRTson, Chirurg 
auf dem Hospitalschiffe Canada zu Chatham, hält den Chlorkalk 
für ein ausgezeichnetes Mittel gegen die Verbreitung anstecken- 
der Krankheiten. Jowx CowPeEr, Arzt in Glasgow, hat Gelegen- 
heit gehabt, in den 2 Epidemieen von 1821— 22 und 1827 
Beobachtungen über die Wirkung des Chlorgases sogar in der 
Nähe der grössten Chlorkalkfabrik des Königreiches, die Herrn 
TEnnanT gehört, anzustellen, die ihn überzeugt haben, dass das 
Gas Contagien nicht zerstören könne. CrıcHton, ALBERS und 
JÄHNICHEN (nicht JäxıckEen, wie the lancet und der Uebersetzer 
in FrorıEeP’s Notizen schreiben) erzählen, dass Chlorgas in dem 
Norden Europas in Krankenzimmern und Hospitälern, die: mit 
Cholerakranken angefüllt waren, angewendet worden sey, jedoch 
die Ausbreitung der Krankheit nicht verhindert habe. — Nichts 
desto weniger ist Chlorgas ein, gutes Mittel gegen üble Dünste 
and Gerüche. — Der Gesundheitsrath ist durch die angeführten 
Thatsachen zu der Ueberzeugung gelangt, dass Chlorgas ein 
völlig unwirksames Mittel gegen die Ausbreitung contagiöser 
Krankheiten in Spitälern und dergleichen Anstalten ist, in wel- 
chen die Luft fortwährend mit den von den Kranken neu er- 
zeugten Miasmen angefüllt wird, ja dass es sogar schädlich 
werden kann, wenn man während dessen Anwendung die Lüf- 
tung der Zimmer vernachlässigt. Das Lüften ist unstreitig das 
beste Mittel, die Gesundheit in öffentlichen Anstalten zu beför- 
dern und zu erhalten. [The lancet, 21. Jan. 1832.] (H-—I.) 
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