Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

4 1. Pathologie, Therapie und medieinische Klinik. 
sen, die zwar Aehnlichkeit mit unserer sporadischen Cholera 
habe, sich ‚aber von dieser durch ein tiefes Ergriffenseyn der 
Respiration, der Circulation und der Contractilität der Organe 
der Nutrition unterscheide. Die Ursachen, von denen ‘die spo- 
radische Cholera schon erzeugt wird, disponiren nur zur asiali- 
schen; soll diese entstehen, so muss noch ur principe spceial 
qwon ne connait pas encore hinzukommen. In der Beschrei- 
bung des Verlaufes der Krankheit hat Ref. nichts Bemerkens- 
werthes gefunden. Nur solche Personen sah P. von der Cholera 
befallen werden, die schon eine Zeit lang an Unterleibsbeschwer- 
den gelitten hatten, durch schlechte Nahrung , unreinliche Woh- 
nungen und Strapazen aller Art erschöpft waren. Zwei Sym- 
ptome scheinen dem Verf. charakteristisch zu seyn: 1) die Ent- 
stellung des Gesichts und die eingesunkenen Augen und 2) die 
Erlahmung des Herzens. Die Darmausleerungen sind durchaus 
nicht beständig; indem man sie dafür hielt, ist man zu der fal- 
schen Ansicht von der Identität der asiatischen und sporadischen 
Cholera gekommen. Die Resultate der Leichenöffnungen fand 
PıneL sehr unbeständig. Nur 2 Punkte fesselten seine Aufmerk- 
samkeit, die Häufigkeit entzündeter Stellen im Darmkanale und 
die Anfüllung der Venen bei gleichzeitiger Leere der Arterien. 
Jene Entzündung ist wohl daran Schuld, dass keine innere Be- 
handlungsart im Ganzen genommen glückliche Resultate geliefert 
hat. In ihr das Wesen der Krankheit suchen zu wollen, hält 
P. für verwerflich; sie sey nur, meint er, ein prädisponirendes 
Moment (??). Wichtiger erscheint ihm die Leere der Arterien, 
die er bei den Versuchen DıerFENRACH'S in Berlin, bei denen er 
gegenwärtig war (vergl. oben Nr. 308), zu beobachten Gelegen- 
heit hatte. Sie erklärt die Art des Todes in der Cholera; sie 
zeigt, wie alle Mittel, die man mit so grosser Zuversicht auf 
den Darmkanal anwendet, unnütz (?) seyn müssen. — Die causa 
prorima der Cholera muss in dem Gangliensysteme gesucht wer- 
den. Wenn sich die durch Unterleibsbeschwerden prädisponir- 
ten Individuen den Wirkungen des principe deletere, nomme cho- 
lerique, aussetzen, so wird durch die Intestinalaffection die Sen- 
sibilität des sympathischen Nervensystems so gesteigert, dass die 
bekannten Symptome im Unterleibe entstehen. Die übrigen Sym- 
ptome, das KEinsinken der Augen, die Wadenkrämpfe u. 8. W. 
können sehr gut erklärt werden, wenn man sich nur an ‚den 
Verlauf und die Ausdehnnng der organischen Nerven erinnern 
will. Da also die asiatische Cholera im zerv. trisplanchnicus 
sitzt, so soll man sie, will P., nicht mehr Cholera nennen, son- 
dern mit dem genaueren Namen Trisplanchnie belegen. [Gaz, 
med. de Paris, Tom II, Nr. 10.] (H—L.) 
884. Sitz der Cholera; aus einem Briefe DELPECH’S 
an Lızars. LoovEr’s Ansicht, dass der Sitz der Cholera in den 
Nervengeflechten der Unterleibes, vorzüglich im plex. solaris, he- 
paticus und renalis zu suchen sey, schien DELPEcH sehr richtig, 
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