Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

II. Pathologje, Therapie und medicinische Klinik. 451 
ringert in demselben .Maasse die. Dosis der angegebenen Mi- 
schung , in welchem die Reaction ‚eintritt.. Die genannten Aerzte 
wenden insgesammt auch äussere Erwärmungsmittel an, mit heissem 
Wasser gefüllte Flaschen, erwärmte.Steine, mit warmem Sande 
und erhitzten Eisenstücken gestopfte Beutel. Man sicht, dass 
sie die Cholera nicht als eine entzündliche Krankheit betrachten 
und daher die excitirende Methode versuchen. [Gazette medi- 
cale de Paris, Tom. II, Nr. 18, 31. Mars 1832.] (H—1.) 
880. Die Cholera in Paris. Die Pariser Cholera ist ganz 
der ähnlich, die in London, Petersburg und Caleutta ihre Opfer 
gefordert hat. - Der grösste "Theil der Erkrankten hat längere 
oder kürzere Zeit, einige Wochen oder‘ auch nur einige Tage, 
an geringen, leicht geachteten Verdauungsbeschwerden gelitten. 
Grösstentheils ist eine Diarrhöe zugegen gewesen, von der die 
Kranken keinen Grund anzugeben wissen. . Sie hat 2, 3 Tage 
angehalten:, ist verschwunden und dann wiedergekehrt, ohne an- 
dere Symptome, als das Gefühk einer allgemeinen ,. nicht bedeu- 
tenden Schwäche zu Begleitern zu haben. Während so die Ge- 
sundheit vollkommen zu seyu. scheint, ‚treten plötzlich, gewöhn- 
lich einige Stunden nach der Mahlzeit oder während der Nacht 
die ersten Zeichen der Krankheit, ‚die. hinlänglich bekannt sind, 
auf. (Wir werden in Zukunft über die ‚französische Epidemie 
unsern. Lesern nur das mittheilen,' was uns neu und wichtig zu 
seyn scheint. Es kann nicht fehlen, dass in den französ. Zeit- 
schriften Manches besprochen werden wird, . wovon in Deutsch- 
Jand nicht‘ mehr die Rede seyn kann., Ref.) Die Stuhlauslee- 
rangen sind nicht bei: allen Kranken gleich; man kann 2 Arten 
derselben annehmen; .die eine Art gleicht dem Reisswasser , ist 
ppalfarben, in ihr schwimmen Klümpchen, die gequollenem Reisse 
ähnlieh sind;.die andere Art ist dicker, gebundener (/ie), durch- 
reschlagenen Hülsenfrüchten ähnlich, am öftersten weiss, manch- 
mal durch etwas Galle. gelblich, oder durch eine kleine Quanti- 
tät Blut iröthlich gefärbt. — Die: Sectionsberichte enthalten 
nichte Neues; :nur das ist bemerkenswerth, dass man das ganze 
Nervensystem unverändert gefunden hat (les ganglions — n’offrent 
aucune: alteration ‘appreciable). Demnach hat man auch nicht 
eine. entzündungswidrige, von DeLrPEecH auf die Idee, dass der 
Cholera. eine Entzündung der Ganglien zu. Gründe liege, gegrün- 
dete Heilmethode eingeschlagen. — Da’ die meisten Kranken 
erst einige Stunden nach ihrer Erkrankung ‚bis jetzt in die Hos- 
pitäler gebracht‘ worden sind, so mussten auch die Resultate .der 
Curversuche sehr ungünstig ausfallen. — Hötel-Dieu. MAGEN- 
pıe’s Behandlung: Punsch in reichlichem Maasse in der Periode 
des Collapsus; : Blutentziehungen in der Reactionsperiode. Du- 
PUYTREN hat den Gebrauch des P/umbi acelici aufgegeben; er 
wendet jetzt, doch erfolglos, wie es scheint, Cauterien an. Pr- 
rır, Opiummittel mit flüchtigen und tonischen in Verbindung. In 
eine Mischung aus Alcal. volat. 3} und Kssent. terebinth. 3} 
2Q *
	        
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