Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

ise 
°h- 
nd 
le- 
nd 
‚h- 
‚an 
en 
ler 
2n 
re 
nd 
\a- 
ıpt 
he 
Ss 
an 
ht 
an 
. x. 
Ze 
Im 
N 
:»N 
io 
re 
st 
Ag 
‚ft 
fs 
N 
a- 
nn 
ıd 
a8 
a 
N 
5 
28 
At. 
B_ 
.T 
it 
In 
'e 
ML... Medicin im ‚Allgemeinen. 44 
erwartete daher Alles von hinreichender Luftreinigung durch grosse 
Loderfeuer aus wohlriechendem Holze; und von einer zweckmässi- 
gen, Lebensordnung , - damit die Fäulniss die Kranken nicht über- 
wältige, und verliess sich sehr auf anfängliche Reinigungsaderlässe 
und Abführungen. . Den Gesunden verordnete er häufige Waschun- 
gen mit Essig und Wein und .das Riechen an flüchtige Stoffe, -— 
Guy v. CHaAuLIAc und viele ‚andere Aerzte leiteten den schwarzen 
Tod von astralischen Einflüssen ab, und besonders nahm man eine 
yrosse Conjunetion der 3 ‘obern Planeten [ Saturn, Jupiter und 
Mars] im Zeichen des Wassermannes als Hauptursache an. Den 
Einfluss dieser Conjunetion, den man sich ganz dynamisch vor- 
stellte, hielt Guy y. CaauLIaAc für die höhere, allgemeine Ursache 
der :schwarzen Pest, die krankhafte. Beschaffenheit der Säfte, 
Schwäche, Verstopfung u. 8. w. für die besondere, untergeordnete. 
Durch jene wurde seiner, Meinung nach die Beschaffenheit der Luft 
und der übrigen Elemente so verändert, dass sie giftige Säfte nach 
den innern Theilen des Körpers in Bewegung seizte, woraus anl- 
fänglich Fieber und, Blutspeien, ‚später aber Ablagerung in Form 
der Drüsen und Brandbeulen entstand. . Nach Aderlässen und Ab- 
führungen suchte er die Drüsen zu zeitigen, in die Brandbeulen aber 
schnitt er ein, oder brannte sie mit dem Glüheisen , wodurch Un- 
zählige gerettet wurden. — Deutlichere Begriffe über die Ursa- 
chen der Pest scheint ‚eir Padüanischer. Gelehrter, GALKAZZO DI 
SAnTA Sorıa gehabt.zu haben, der sorgfältig die Pestilenz von 
der Epidemie und Endemie unterschied. Die erstern beiden be- 
standen nach ihm in einer dynamischen, den Sinnen nicht erkenn- 
baren, durchaus immateriellen Luftverderbniss, die er von astra- 
lischem Einflusse, Fäuhiss, tellurischen Schädlichkeiten, schlech- 
ter Nahrung etc ableitete. Die durch Pestilenz hervorgerufenen 
Fieber rechuete er zu den fauligen, ünd er glaubte, dass sie durch 
Fäulniss des Herzblutes, die bei dem Kinathmen der verpesteten 
Luft unvermeidlich sey, .entständen. Bei der Behandlung schien 
es ihm auf umsichtige Ausleerung der fauligen Stoffe durch Abfüh- 
rungen und Aderlässe,: Stärkung des Herzens und Hinderung der 
Fäulniss, zweckmässige Lebensordnung, Luftverbesserung, zweck- 
mässige Behandlung der Drüsen und Brandbeulen und auf Beach- 
tung hervorstechender Zufälle anzukommen, und er setzte deshalb 
die Vorräthe den; arahistischen Heilmittellehre in volle: Bewegung. 
Dass die eben mitgetheilten Ansichten der berühmtesten Aerzte 
des 14. Jahrhunderts. allgemein wurden, zeigt die Uebereinstim- 
mung der gleichzeitigen und spätesten Schriftsteller, : unter denen 
RAIMUND CHalan.DE VınaBıo aus Avignon der erfahrenste ist. Mit 
vollem Rechte werden aber diegem MıchaArL SavonaRoLa, Lehrer 
in Ferrara, und VALESCcUS v. TARANTA zu Montpellier an die Seite 
gesetzt. — Von allen Begriffen und Ansichten, über die Pest tre- 
ten als historisch wichtig besonders‘ zwei hervor: 1) dass die Pe- 
stilenz. oder epidemische Constitution die Mutter verschiedener 
Krankheiten sey;. dasg die Pest zwar zuweilen, . aber doch bei wei-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.