Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

i32 II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Febr. remittens nehmen. Der 4. Tag hat schon sein deutliches 
Fieber, das nur nicht so heftig, als an den ungleichen Tagen, 
und so geht es nun progressiv, gewöhnlich bis zum 9. Tage, 
fort. Nach diesem Tage hat sich meist die Krankheit durch 
allgemeinen Schweiss oder Durchfall entschieden, und der Kranke 
fühlt sich am 10. Tage viel leichter. Der Schlaf kehrt zurück, 
der Durst ist weit geringer, die Neigung zum Brechen hat auf- 
gehört, und der Kranke, der 9 Tage olme Nahrung verlebte, 
fängt an, etwas zu sich zu nehmen. Die Krankheit ist non 
überstanden, aber die nach ihr zurückbleibende Schwäche ist 
im höchsten Grade drückend. Es giebt, das bösartige Nerven- 
feber ausgenommen, wohl keine Krankheit, welche eine solche 
Schwäche, wie das Cjallenfieber, hinterlässt. Es mattet und 
magert den Kranken so ab, dass er selten vor 4—6 Wochen 
hergestellt ist und selbst dann noch nicht vollständig, ja viele 
erholen sich erst im nächsten Frühjahre vollkommen. — Die 
Prognose ist durchaus nicht schlimm. So gefährlich und 
elend auch der Kranke, sich fühlt, und so bedenklich auch jün- 
geren Aerzten die ersten solcher Kranken scheinen, so ist doch 
selten oder nie Gefahr zu besorgen, wenn Kranker und Arzt 
das Ihrige thun. — Was die Behandlung betrifft, so ist 
eine äusserst einfache wohl uie beste, und man muss bei ihr 
von dem Gedanken ausgehen, dass durch die oben angeführten 
Ursachen aufden ganzen Vegetationsprocess das Wasserstoffgas zum 
Nachtheile der Gesundheit übermässig eingewirkt habe, und des- 
halb den entgegenstehenden Process, ohne sich von scheinbarer 
oder wirklicher Schwäche des Kranken abhalten zu lassen, ver- 
mehren. Da der Charakter des Fiebers selten oder nie inflam- 
matorisch ist, so sind auch Blut und Säfte entziehende Mittel 
selten oder nie indicirt. Wer sich durch Hitze, Schmerzen in 
der Herzgrube und Empfindlichkeit und Spannung in der Leber- 
gegend zu Blutentziehungen verleiten lässt, schadet gewiss und 
macht aus einer gefahrlosen eine gefahrvolle Krankheit. Die 
Neigung zum Brechen und die momentane Erleichterung nach 
letzterem bestimmt viele Kranke, ein Brechmittel zu wünschen, 
doch bringt dasselbe statt Vortheil Nachtheil. Ist das Erbrechen 
wirklich nöthig, so bricht sich der Kranke schon von selbst. 
Bricht er viel Galle aus und fürchtet man von ihrer Gegen- 
wart im Magen und Duoden. etwas, so kann man das Erbrechen, 
doch ja nicht zu freigebig, durch lauwarmes Getränk unter- 
stützen. Ist nur starke Neigung zum Brechen, aber kein Bre- 
chen selbst zugegen, so nutzt eine Gabe Magnes, carb. oder 
Natr. carbon. mit etwas Macis oder Nuc. moschat. und Wasser 
mit Citronensaft und Essig nachgetrunken mehr, als ein Brech- 
mittel. Abgesehen von der entfernten Ursache des Gallenfiebers, 
giebt schon der bei allen Kranken dieser Art sich findende Hang 
zu sauren Getränken einen Fingerzeig zur Wahl der passenden 
Mittel. Es sind die, welche den Oxydationsprocess begünstigen, 
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