Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 429 
and Verhaltungsregeln dabei, von Bzcuzert, Leibarzte 
jes türkischen Kaisers; aus dem Türkischen übersetzt und mit 
Anmerkungen begleitet vom Fürsten DEMETRIUS MAUROCORDATO, 
__ Der Verf., dessen Schrift die erste medicinische Druckschrift 
eines türkischen Arztes, und schon um deswillen, wenn auch 
keine grosse Bereicherung für die Wissenschaft, von einigem 
Interesse ist, leitet die Cholera, welche die Araber Haida und 
Marasi Kswet nennen, von der Einwirkung der Galle auf den 
Magen und die übrigen Eingeweide ab, und erklärt sie, gestützt 
auf die Erfahrungen anderer Aerzte, für contagiös. Sie bietet 
nach ihm folgende Erscheinungen dar: „Meistens ohne eine 
vorausgegangene bekannte und offenbare Ursache, und ohne dass 
eine Krankheit oder traurige Stimmung vorhanden wäre, stürzt 
der Mensch plötzlich auf die Erde mit grossem Schwindel des 
Kopfes; nachher bekommt er kalte Hände und Füsse; die Kälte 
fängt an der Spitze der Finger und Zehen an, und nach und 
nach, indem die Kälte zunimmt, werden Hände und Füsse eis- 
kalt. Der Kranke fühlt einen Druck auf der Magengegend, oder 
in den Hypochondrien, sodann kommt ein heftiger Leibschmerz 
dazu. Sein Gesicht und seine Glieder werden dunkelblau ge- 
färbt, und er fängt an, schwarze und : stinkende Materien. von 
oben auszuwerfen, und eben 8O auch von unten mit Diarrhöe, 
was ihm den Tod in sehr kurzer Zeit bringt, manch- 
mal in einem Zeitraume von 3 Stunden, manchmal auch noch 
[rüher. Die oben erwähnten Zufälle und Zeichen sind nicht 
immer dieselben bei jedem Kranken; bei einigen kommen sie 
früher, bei andern später; meistens aber ziehen sich die Venen 
des Kranken so zusammen, dass man ihm nicht zur Ader lassen 
kann, und ehe man ihm nicht entweder Pfeffermünz- oder Salbei- 
thee und andere solche scharfe Mittel gegeben hat, ist es un- 
möglich, dass man die Venen sieht, oder einen Aderlass vor- 
nimmt. Bei Einigen sogar, wenn man auch mit der Lanzette 
die Blutader öffnet , fliesst doch kein Blut aus.“ — Der Verf. 
geht hierauf zur Diät und den prophylaktischen Mitteln gegen 
diese Krankheit über, und empfiehlt in dieser Beziehung Folgen- 
des: Vermeidung der Berührung der Kranken ung seiner Um- 
gebungen; Waschen und Reinigen seiner Kleider und Geräth- 
schaften; Räuchern der Zimmer mit Essig, Weihrauch, Pech, 
Cypresse oder Zedernsaft; Riechen an Essig oder Spir. sal. 
ammon. bei Krankenbesuchen; Warmhalten des Körpers und 
besonders der Füsse; Genuss von leicht verdaulichen Speisen 
in geringer Quantität, zZ. B. Suppe von Reiss und Gerste, 
Hühnerfleisch, Malven, Kürbisse, Cornua Bamia, frische Boh- 
nen, Aepfel, Granatäpfel, Limonade, Salat mit Essig u. 8. W.3 
Vermeidung aller solcher Nahrungsmittel, welche die Galle ver- 
mehren, als Milch, Eier, Pflaumen, Aprikosen, Melonen, Wasser- 
melonen, Gurken u. dergl., oder sie erhitzen, als Oel und Mehl- 
speisen, sowie aller spirituösen Getränke, selbst des Genusses
	        
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