Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

II. Pathologie, Therapie und medieinische Klinik. 4138 
Widerstand der Blutmasse verringern, dem geschwächten Herzen 
mechanisch zu Hülfe kommen ; im Allgemeinen sind sie contraindi- 
cirt. — Zwischen den Gaben des Ol. flor. arnic. kann das 8. g. 
Brausepulver als gutes Adjuvans gereicht werden. Sind die dro- 
hendsten Symptome gehoben, so berücksichtige man den Zustand 
des Darmkanals. Bei Verstopfung muss ein gelindes, nicht schwä- 
chendes Laxans aus Rheum oder Senna mit einem Carminativ gege- 
ben werden, bei Diarrhöe hingegen Rad, arnic., Columb. und Sy- 
rup. diacod. Entsteht zu Ende der Krankheit, wie nur zu oft ge- 
schieht, Typhus als Metastase entweder durch Missbrauch des 
Opiums, oder durch stockende Ausleerung der Reste der in den Ge- 
därmen krankhaft abgesonderten Materie, so ist die Arnica in Ver- 
bindung mit andern passenden Mitteln vorzüglich angezeigt. — 
Dass Mittel und Methoden, welche die Kraft, eine Lähmung des 
Herzens zu hemmen, oder wohl gar zu heben, nicht besassen, 
grossen Nutzen in der Cholera geleistet haben sollen, wird hof- 
fentlich nicht als Einwurf gegen die eben mitgetheilte. Idee vom 
Wesen der Cholera aufgeführt werden. Die auf diese Art Genese- 
nen litten entweder nicht an der epidemischen, wahren Cholera, 
sondern an einer unächten, intercurrenten, sporadischen, oder 
die Natur heilte das Uebel allein, zuweilen selbst bei Kntgegen- 
wirken des Heilkünstlers. Wie Manche aus einer Asphyxie, die 
lange gedauert hat, von selbst wieder in’s Leben zurückkehren, so 
kann dies auch bei der Cholera’ vorkommen. [Hecker’s liter, An- 
nalen, Febr. 1832.] (K—e.) 
361. Etwas über die Cholera; vom Prof. Dr. Nau- 
mann zu Bonn. N. hat in seinem Handbuche der medic. Klinik (Bd. 
HM. Abtheil. 1.) die orientalische Cholera als Erzeugniss von Schäd- 
lichkeiten betrachtet, welche in der Blutmischung eine plötzliche, 
zunächst dem niedern und mehr isolirten Abdominalnervensysteme 
höchst verderbliche Umstimmung bedingen, ‚daher auch schon bei 
gesunkener Energie des Gangliensystems am bestimmtesten Wurzel 
fassen. In Folge dieser Einwirkung wird die heftigste Reizung in 
der Gegend der Centraiplexus des Gangliensystema, verbunden mit 
der gewaltsamsten, aber aller Einheit entbehrenden Reaction, ver- 
anlasst ,: welche sich in der Form der Krämpfe offenbart. — Für 
diese Behauptungen glaubt N. im Verlanfe der Krankheit sowohl, 
als im Seetionsbefunde, den Choleraleichen geboten haben, volle 
Bestätigung zu finden, und er sieht in dieser Beziehung besonders 
auf das Verhältniss der Ausleerungen, auf den oft plötzlich oder 
rehr bald eintretenden Tod, auf den bisweiligen Nachlass der 
Krankheitserscheinungen kurz vor dem Tode, auf die Hoffnung, 
die ein deutlicher fieberhafter Zustand im Verlaufe der Krankheit 
bringt; auf den öftern Mangel namhafter patholagischer Verände- 
rungen in den Leichnamen,' oder auf die Gegenwart: von Blutex- 
travasaten in einzelnen Organen und von Spuren einer an die Stelle 
des Krampfes getretenen Entzündung, auf die Schwärze und Consi- 
stenz des Blutes und auf das öftere Hinzukommen eines typhösen
	        
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