Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

112 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
her der Unterschied der leicht, schwer und unheilbaren Cholera. 
— Diese primäre Affection des Herzens unterscheidet auch die 
8. g. indische Cholera von der sich zuweilen sporadisch oder 
etwas epidemisch zeigenden, bei der diese Affection nicht 
Sıatt findet, und daher auch jene Pulsschwäche u. 8. w. 
nicht bemerkt wird. Aus diesem Zustande des Herzens lassen 
sich aber alle wesentlichen Symptome und deren Folgen ‚sehr 
ungezwungen erklären, und es erhellt, wie ganz im Anfange der 
Krankheit, wo die Schwäche des Herzens uoch nicht zu weit 
gediehen ist, alle Reizungen der Peripherie das Uebel in der 
Geburt ersticken können, wie aber, wenn die Vitalschwäche je- 
nes Organs bis zur Paresis gesteigert ist, von Heilung nicht 
mehr die Rede seyn kann. — Wenn nun die Cholera in einem 
der Paresis mehr oder weniger nahen Zustande des Herzens be- 
steht, so können wir auch nur, da Mittel, welche unmittelbar 
oder specifisch auf's Herz erregen dd einwirken, unbekannt sind, 
zu den gewöhnlichen Antiparalyticis unsere Zuflucht nehmen, un- 
ter denen Brechmitel und Arnica obenan stehen. Die er- 
stern müssen gleich bei den geringsten Spuren der Vor- 
boten gereicht werden. Am besten giebt man 2 Scerupel bis 
eine Drachme frisch gepulverter Ipecac. mit wenigem Wasser, 
und erfolgt in einer Viertelstunde nicht gehörige Wirkung; so 
verordnet man noch eine halbe Gabe, lässt aber wenig oder gar 
nichts nachtrinken. . Dies trockene Brechmittel erregt eine heil- 
same Erschütterung des ganzen Körpers, durch welche die Le- 
benskraft des Herzens aufgeregt, der Krampf, wo nicht gehoben, 
doch verringert, mittelst eines warmen Aufgusses leicht die 
Ausdünstung wieder hergestellt, und so die Krankheit im Ent- 
stehen bekämpft wird. Diesen Nutzen kann man sich jedoch 
nur dann versprechen, wenn das Brechmittel im allerersten An- 
fange des Uebela gegeben wird, und es sollte daher überall 
gleich zur Hand seyn. — Die Arnica muss gereicht werden, 
wenn das Brechmittel die Krankheit nicht unterdrückt hat, so 
wie wenn dasselbe nicht zu gehöriger Zeit, oder wenn es gar 
nicht gegeben worden ist. Da man bei der Cholera Arzneifor- 
men wählen muss, die das kleinste Volumen einnehmen, so 
würde hier das Ol. dest. flor. arnic. besonders passend seyn. 
Man verbindet 6— 12 Tropfen desselben mit 2—3 Drachmen 
Schwefeläther und lässt alle 4 Stunden 8—12 Tropfen auf Zu- 
cker oder in einem Theelöffel Wein nehmen. Dabei legt man 
auf die Herzgrube ein siedend heisses Kataplasma aus Brotkrume 
und kochendem Wasser einige Minuten lang, bis eine starke Blase 
entsteht, die man nach einer Stunde durch Cerat. simpl. mit Opium 
zu schneller Heilung bringt, damit man nöthigenfalls dies Reiz- 
mittel wieder anwenden könne. Uebrigens müssen die andern 
äussern hautbelebenden Reizmittel nicht vernachlässigt werden. 
— Blutentieerungen können nur bei jungen, vollblütigen Subje- 
cten einen palliativen Nutzen schaffen, indem sie, da sie den 
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