Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

392 I. Anatomie und Physiologie. 
Statt, wenn es durch das Athemholen bei offenem Munde 
hervorgebracht wird; dann hat sich der hintere Theil der Zunge 
dem erschlafften weichen Gaumen dergestalt genähert, dass 
nur ein kleiner Raum zwischen beiden bleibt, durch welchen 
die Luft nur mit Geräusch gehen kann. Beim Schnarchen mit 
geschlossenem Munde, wenn der Schlafende auf dem Rü- 
cken liegt, legt sich der erschlaffte weiche Gaumen mit dem 
Zäpfchen nach hinten an die Rachenwand an, und indem die 
Luft zwischen beide hindurch dringt, entsteht der schnarchende 
Ton. Das Schnarchen bei Gehirnaffectionen wird ausserdem 
noch durch Lähmung der Glottis und der übrigen Respirations- 
organe bedingt. — Functionen des weichen Gaumens 
und der Zunge beim Singen. Beim Singen mit offenem 
Munde, wenn man bloss Töne oder Vocallaute singt, werden 
die Choanen nie durch den vordern oder hintern Gaumenvor- 
hang geschlossen, sondern bleiben immer offen. Beweis: Ocular- 
inspection und der fühlende Finger. Bei articulirten Tönen 
finden die beim Sprechen angegebenen Bewegungen der Zunge 
und des Gaumensegels Statt (die Zunge legt sich bei den Na- 
sentönen ang u. s. w.‘an den vordern Gaumenvorhang an). 
Die Töne hallen daher zum Theil in den Nasenhöhlen wieder. 
Bei hohen Tönen hebt sich der hintere Gaumenvorhang in der 
Mitte und nähert sich in schiefer Richtung ein wenig den 
Choanen, während seine Schenkel sich einander ein wenig 
nähern und das Zäpfchen mit der Spitze nach hinten zu steht, 
so dass es beinahe oder bisweilen auch ganz die Rachenwand 
mit der Spitze berührt. ‘Diese zusammengesetzte Bewegung 
kommt so zu Stande: Während der Levator den ganzen wei- 
chen Gaumen in die Höhe hebt, ziehen sich die Schenkel des 
hintern Gaumensegels zusammen, wodurch sie sich nicht allein 
einander nähern, sondern auch den hintern obern weichen 
Gaumen nach hinten zu ziehen, indem sie ihre gewöhnliche 
Richtung in eine geradlinige zu verkürzen streben. Dadurch 
erhält zugleich das Zäpfchen, welches an dem vordern Gaumen- 
segel befestigt ist, eine schiefe Richtung nach hinten, die man 
jedoch seinem Muskel, der es nur in gerader Richtung heben 
kann, zuzuschreiben nicht berechtigt ist. — Functionen 
des weichen Gaumens und der Zunge beim Schlin- 
gen. Ueber diese herrschen die verschiedensten Ansichten. 
Arsın, HaLLerR, HEUERMANN, RuDoLPHr, CALDANI u. A. sagen, 
der weiche Gaumen werde beim Schlingen nach hinten hinab- 
gezogen, um den Weg nach den Choanen zu verschliessen. 
BeLL, HILDEBRANDT - WEBER, LODER, MECKEL, COVIER, GALLINI, 
ÜHAUSSIER , ADELON, MAGENDIE , SANTORINI, BoERHAAVE, Pro- 
cHASKA, Haase, Lupwie, Pıkrer u. A. geben an, dass der weiche 
Gaumen beim Schlingen theils durch den Bissen, theils durch die 
Muskeln nach hinten in die Höhe gehoben und dadurch der 
Eingang in die Choanen und Eustachischeu Röhren verschlossen 
weı 
Gau 
vorı 
sch: 
sen 
Ros 
sic] 
tige 
Sch 
als 
mus 
gun 
der 
ger 
glei 
sin« 
vor 
zie] 
dur 
sch 
Ve: 
ziel 
der 
kul 
sie 
Or- 
deı 
zu 
Ga 
sch, 
seı 
Ph 
deı 
dri 
ers 
ein 
die 
die 
ein 
Ta 
KE 
Er: 
WW 
Ed 
H 
A
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.