Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

500 MH. Chirurgie‘ und Augeuheilkunde. 
fürchten. Nachtheile dieser Methode hat man bisher nicht be- 
dbachtet, und somit ist wahrscheinlich, dass dieselbe, wenn sie 
nicht eine besondere Contraindication hat, ihrem Wesen nach 
jeder andern Methode vorzuziehen ist, worüber die Zukunft 
entscheiden wird. — Schwer zugängliche Arterien gestatten 
vollkommene Isolirung nur unter grossen Schwierigkeiten, und 
es ist die Ausführung dieser Methode bei solchen Gefässen 
bald unmöglich, bald so unsicher, dass die Ligatur vorzuziehen 
ist. Die Arteria subclavia und die Arteria iliaca interna passen 
z. B. nicht für diese Methode, dagegen folgende: Carotis de- 
ztra et sinistra, Art. radial. et ulnar. am untern Ende, Art, 
brachialis, Art, axillar., doch nicht bei Fetten, Art. inc. extern. 
and bisweilen Art. poplit. Von kleinern sind alle nicht zu tief 
liegenden und daher leicht zugänglichen dazu geeignet. Kine 
besondere Beachtung verdient der pathologische Zustand der 
Arterie. Ist die Arterie im Uebrigen gesund, wie meist bei 
nach Aderlässen entstehenden Anecurysmen, so ist AmuUssAT’s 
Meihode, besonders am Arme, allen andern vorzuzichen. Ist 
hingegen die Pulsadergeschwulst von selbst entstanden, so fin- 
det man bisweilen ein Allgemeinleiden des Gefässsystems aus- 
gebildet, oder was meist der Fall ist, dies wenig oder gar nicht 
deutlich ausgeprägt. Im erstern Falle verwirft man jede Ope- 
ration, oder wendet sie als ein das Lehen nur auf kurze Zeit 
verlängerndes Mittel an. Hier passt die besprochene Methode 
nicht. Ob sie im zweiten Falle passe, wird sich erst später 
zeigen. Ist das Erkranktseyn der Gefässe ‘nicht zu bedeutend, 
so könnte wohl diese Methode eben so sicher als die Ligatur 
Obliteration hervorbringen. Ein Versuch unter solchen Um- 
ständen wäre wohl erlaubt. Uebrigens wird es bei Aneurysmen 
von innern Ursachen zweckmässig seyn, die Operation in eini- 
ger Entfernung von der kranken Stelle su machen, da die 
nächste Umgebung meist mitleidet. — Die Operation selbst ist, 
wo sie passt, nicht zu schwierig, fordert aber Uebung und 
währt länger, als die Ligatur. Ausser den. gewöhnlichen Bi- 
stouris etc. braucht man zwei stark gearbeitete und so con- 
struirte Pincetten, dass die runden und möglichst glatten Bran- 
chen beim Schliessen sich überall gleichzeitig berühren. Fasst 
man mit denselben die Arterien der Quere nach, so werden sie 
an allen Punkten gleichmässig gedrückt, und man hat nicht 
theilweise Zerreissung, Eiterung oder Brand der Zellhaut zu 
fürchten. Der Hautschnitt wird am besten, so weit es geht, 
parallel mit der Arterie gemacht und etwas grösser, als bei der 
Ligatur. Die Unannehmlichkeiten einer grössern Wundfläche 
sind nichts gegen die Vortheile, welche ein längerer Schnitt 
gewährt, besonders da die erste Vereinigung möglich ist. Nack 
Blosslegung der Arterie wird diese einige Linien isolirt. Nun 
fasst mag mit einer Pincette in der rechten Jland die Arterie 
der Quere nach so, dass sie zwischen beiden Branchen gleich-
	        
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