Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

358 ° HM. Chirurgie und Augenheilkunde. 
ser in den Mund nehmen lassen. Der Lappen hatte sich in 
dieser Zeit zusammengezogen und war in die Höhe getreten, 
so dass er wieder herabgebogen und an seiner Basis etwas ein- 
geschnitten werden musste. Hicrbei führte B. das Messer et- 
was zu weit nach hinten und trennte das mittlere Drittel der 
Basis des Lappens ganz los, wodurch ein Loch von der Ge- 
stalt eines Knopflochs an der Basis entstand. Nun wurden vier 
Nähte angelegt, zwei auf jeder Seite des Lappens. Die Ope- 
rirte wurde in’s Bett und in eine sitzende Lage gebracht, be- 
kam nichts zu essen oder zu trinken, musste allen Speichel 
aus dem Munde laufen lassen, um das Schlucken zu verhüten, 
und wurde durch Bouillonklystiere ernährt. Am 2. Tage hatte 
sich die vordere Fläche des Lappens mit einem weissen Schorfe 
bedeckt, der Sphacelus befürchten liess; am vierten Tage er- 
schienen Fleischwärzchen auf ihr, und sie nahm eine .rothe 
Farbe an. Am sechsten Tage wurden die Fäden gelöst; es 
fand sich nun, dass nur die zwei obern Drittel der Seitenrän- 
der des Lappens verwachsen waren, was B. dem JHerabschlu- 
cken des Speichels, das die Operirte während der Nächte ver- 
sucht, und dem Genusse einer Suppe am fünften Tage zu- 
schrieb. Am siebenten Tage hatte sich der untere "Theil des 
Lappens etwas nach vorwärts gebogen. Vom achten Tage an 
durfie die Operirte wieder etwas flüssige Speise zu sich neh- 
men, und am vicrzehnten wurde sie aus dem Hospitale entlas- 
sen. Der ‚untere Rand des Lappens war noch immer etwas 
nach vorn in die Höhe gezogen und bildete durch seinen. Vor- 
sprung eine Art Zäpfchen, Das Schlingen war nicht mehr er- 
schwert; nur selten stieg, wie es früher,. vor der Operation, 
oft geschehen, etwas Speise in die Nase auf. Die Sprache ist 
etwas natürlicher geworden, doch noch immer näselnd. Jeden- 
falls befindet sich die Frau nun, in einem bessern Zustande, 
und mehr hatte B. nicht erwarten dürfen. [Gazette medicale 
de Paris, Tom. IIT, Nr. 8.) N (H—.) 
320. Ueber AmvssAT’s Methode für die Opera- 
tion der Pulsadergeschwülste; vom Dr. MitsScHERLICH 
in Berlin, mit Zusätzen vom Dr. TroscnEL ebendaselbst. Um 
künstliche Aneurysmen zu bilden, legte AmussAaT die Cruralar- 
terie eines Hundes bloss, drückte die Arterie mit einer Pin- 
cette an mehrern Stellen so, dass zwischen diesen ein so gros- 
ser Zwischenraum blieb, als die gequetschte Stelle breit war. 
Gegen Erwartung entstand kein Aneurysma und keine Oblite- 
ration bei grössern Gefässen, bei kleinen aber zeigte sich in 
einigen Fällen ein Blutstropfen. Behandelte man eine Arterie 
auf diese Weise, so wurde die innerste und mittelste Haut 
durch die Quetschung in der Continuität getrennt, die äussere 
Zeilhaut aber blieb in ihrer Integrität. Aus diesen Versuchen 
folgt, dass eine einfache Ruptur der innern und mittlern Haut 
der Arterie weder für Bildung eines Aucurysma, noch bei grös-
	        
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