Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

[. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 845 
aber bei den einzelnen Formen der‘ syphilitischen: Haut- 
krankheiten, gegen‘ welche sie vorzugsweise angerathen ‚sind, 
angegeben. Von diesen einzelnen‘, :‘ gleich Anfangs auf- 
gezählten Formen lässt sich indess ein Auszug, der weder 
unsere Gränzen überschreitet, noch ‚unverständlich oder man- 
gelhaft ausfällt, nicht geben, und wir beschränken uns da- 
her, nur noch Finiges aus dem Anhange; in welchem der Verf. 
seine Ansicht 1) über syphil. Krätze und Flechte; 2) über das 
Fieber der syphil. Hautausschläge; 3) über‘ den Ausschlag bei 
der Mercurialkrankheit, und 4) über die Schmiercur, ausein- 
andersetzt, hervorzuheben. Die s. g. syphil Krätze rech- 
net A. zu den Krankheiten, die durch verjährte Aufnahme ein 
gewisses Bürgerrecht erworben haben; um daher durch das 
gänzliche Uebergehen derselben nicht Verwünderung zu erre- 
gen, so spricht er sich, da er ihr, nach seinem Dafürhalten un- 
ter den einzelnen syphil. Formen keine Stelle einräumen konnte, 
in diesem Anhange über sie aus. Die Meinung der Schriftstel- 
ler über diese Krankheit ist vierfach. 21) Einige glanbten dem 
Ausschlage das Wesen der Syphilis und die‘ Form der Krätze zu- 
erkennen zu müssen. 2) Andere nahmen’ an, dass aus der Zu- 
sammensetzung des Krätze- u. des syphilitischen Giftes, von wel- 
chen gewöhnlich ersteres früher da sey , eine eigene Form syphi- 
litischer Geschwüre‘ erzeugt werde, und sich eine fast un- 
heilbare Krankheit bilde. 3) Noch Andere vermntheten, die Zu- 
sammensetzungen, die man syphilitische Krätze nenne, seyen nur 
zufällig; jedes Gift errege eine für sich bestehende Krankheit, 
ohne einen Einfluss “auf das: andere auszuüben. 4) Kine 
vierte Meinung läugnete die venerische Krätze ganz und gar; die- 
ser ist auch unser Verf. zugethan, und sucht sie mit Gründen zu 
unterstützen. Da die Syphilis die Hauptkrankheit und die Krätze 
die geringere Complication ist, so soll man’ ‘die ’so benannten Zu- 
Fälle wenigstens krätzige Syphilis nennen. Dies. g. syphiliti- 
sche Fiechte gilt ihm, als wahrhaft syphilitische Krankheit, 
ebenfalls für noch problematisch. Dass ein Fieber dem syphili- 
tischen Ausschlage vorhergeht oder ihn begleitet, darin stimmen 
fast alle Beobachter überein, und auch unserm Verf. fehlte’ es in 
der spätern Zeit nicht an Gelegenheit, es zu sehen. Ausser den 
gewöhnlichen fieberhaften Erscheinungen, welchen aher der Durst 
abgeht, wird hauptsächlich auf Schmerzen, die bald ‚hier bald 
dort ihren Sitz haben, aber vorühergehend und oberflächlich sind, 
aufmerksam gemacht. Die Exacerbationen treten des Abends ein 
und geben sich fast nur durch Verstärkung der Schmerzen kund, 
früh remittiren sie. Beim Ausbruche des Ausschlages lässt die 
Fieberreizung nach, und zwar um so mehr, je mehr sich der 
Ausschlag über den Körper verbreitet hat. Wird der syphilitische 
Zustand nicht gehoben, so kehrt oft das Fieber mit erneuter 
Heftigkeit zurück, und es kann dann bei ‚Ausschlägen, die von 
veralteten Trippern 'herrühren, selbst der Tod herbeigeführt
	        
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