Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

338 I Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
hält Ersteres für das‘ Wahrscheinlichere, auf jeden Fall aber 
nimmt er die nicht seltenen krampfhaften Erscheinungen in der 
Brust, so wie die beständig im Blute vorkommenden nur für 
Wirkung des Rückenmarkleidens, und leitet also die gewöhn- 
tich rasch ‘eintretende Carbonisirung des ‘Blutes und andere 
krankhafte Erscheinungen desselben nur allein vom Nerventei- 
den ab, Das Nervensystem ist aber nicht bloss das primäre, 
sondern auch das am. meisten leidende, und in ihm ist wohl 
das Rückenmark wieder früher und mehr. betheiligt, als 'die 
Gangliennerven. — Worin aber das Contagium oder Miasma 
der Cholera bestehe und wie es wirke, mag und wird die Zu- 
kunft lehren. Auf jeden Fall aber,‘ mag es dies oder jenes 
seyn, ist die Natur dieses Stoffes sehr‘ reizender Art, Bringt 
daher ‚die Reaction im Organismus so wünderbar schnell und 
heftig hervor, und möchte deshalb auch im ersten Anfange der 
Krankheit wohl am besten mit Reiz verminderuden und ablei= 
tenden Mitteln hehandelt werden. Vergleicht man übrigens die 
Wirkungen der Fäulniss mit dem, was die Cholera hervorbringt, 
so wird man viel Analoges finden, und es hat O. geschienen, 
als ob er die, Schädlichkeit der Effluvien ‘von Cholerakranken 
und Leichen an sich selbst gespürt habe, auch fühlten sich el- 
nige seiner Schüler, welche hei seinen Untersuchungen zuge- 
gen waren, auf gleiche Weise angegriffen. — Dass endlich 
Exereta von Cholerakranken, wenn sie in den thierischen Kör- 
per gelangen, die Cholera erzengen können, hat man deutlich 
an zwei Schweinen und einem Munde gesehen. [Rust’s Mdga- 
zin, 86. Bds 2. Hft, S. 249—299.]. nn (K—e.) * 
313. Ueber die Erkenntniss und Cur der syphi- 
litischen Mautkrankheiten;z von Dr. J. Fe. 
H. Aısers. Viele, zum Theil traurige Erfahrungen im Ge- 
biete der‘ syphilitischen Hautkrankheiten regten den Verf. zu 
einer genauern Untersuchung derselben an, und schon hatte er 
manche neue Form beobachtet und geordnet, als ihm die BırTr- 
schen Untersuchungen auf das Erwünschteste zu Ifülfe kamen; 
welche er, wo ihm eigene Erfahrung abging, benutzen 
musste , und so entständ vorliegendes Werk.‘ So wie ‘nach 
dem WıLLAn’schen und Batenuan’schen Systeme die 
Hautkrankheiten zu sehr vereinzelt wurden, was man missbil- 
ligte, so gilt andern Seits von den syphilitischen Tautkrankhei- 
ten, besonders in Deutschland, ‘bis anf den heutigen Tag das 
Gegentheil. Höchstens unterschied man syphilitische  Krä- 
tze, Herpes und Flechten. Dafür, heisst es’ weiter, blieb aber 
auch ‘die Strafe nicht aus. Durch das Nichtkennen der äussern 
Merkmale wurden manche Yautausschläge für nicht, andere, die 
es nicht waren, für syphilitisch gehalten. Hieraus entsprang ein 
Verkenhen der erforderlichen Heilmittel,. und mancher !autaus- 
schlag wurde nur erst nach vielen Versuchen, mancher aber 
auch gar nicht geheilt. Tripper und Chanker zeigten in den
	        
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