Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

IV. Chirurgie und Augenheilkunde. 313 
eines Greises, der an dem genannten Uebel gelitten hatte. Die 
Haut war nicht verändert, ganz natürlich , auch die Sehnen , Mus- 
keln und Gelenke waren ganz gesund; aber die Aponeurosis pal- 
maris zeigte sich zusammengezogen, gespannt, verkürzt. Nach- 
dem sie durchschnitten worden war, konnten die Finger leicht 
geöffnet werden. Der vierte Finger wird wohl deshalb am leich- 
testen und frühesten von dem Uebel ergriffen ,. weil er unter allen 
der schwächste und ungeschickteste ist. [Gazette medicale de 
Paris, Tom. III, Nr. 4.} (H—1.) 
293. Unterbindung der Arteria iliaca exrterna 
(eruralis); von A. VELPEAU, Chirurgen de la Pitid zu Paris. 
Ein junger Mensch von 16 Jahren stiess sich beim Reinigen eines 
Küchentisches ein breites Messer in die rechte Weichengegend., 
Das Blut schoss mit ungeheurer Gewalt hervor. Die zuerst her- 
beigerufenen Aerzte suchten die Art. iliaca interna gegen den 
Winkel zu drücken; den das Kreuzbein, das Hüftbein und der un- 
tere Lendenwirbel bilden, und waren so glücklich, die Blutung 
etwas zuhemmen. VEeLPEAU fand bei der Untersuchung die Wunde 8 
Linien breit; sie ging von unten unter dem PovurArTt’schen Ligamente 
weg aufwärts in das Becken. Das Messer hatte die Arterie in der 
Quere bis auf } ihres Umfanges, 3 Linien über dem Ursprunge 
der Arteria epigastrica durchschnitten. Die Arterie wurde zwei 
Mal unterbunden, 1 Mal über der Wunde, das andere Mal zwi- 
schen der Wunde und der Art. epigastrica. Der Kranke wurde 
mit leicht angezogenem Schenkel in’s Bett gelegt. Die Faden lö- 
sten sich am eilften Tage, und die Heilung ist bestens gelungen. 
Meistens ist die Unterbindung der Art. üiaca externa bei Aneu- 
rysmen und dergleichen Uebeln unternommen worden, und die 
Fälle einer frischen Wunde derselben sind selten. Im Felde ist 
diese gewiss häufiger, aber fast immer tödtlich, weil die Blu- 
tung zu schnell dem Leben ein Ende macht. In Paris sind nur 2 
Fälle einer ähnlichen Verletzung der Art. iliaca erterna vorge- 
kommen, die von DururTREn und VELPEaU behandelt worden sind. 
[Gazette medicale de Paris, Tom. MIT, Nr. 5.] (H—I.) 
: 29% Die Unterbindung der Hämorrhoidalkno- 
ten zieht Mayor in Lausanne der Ausschneidung vor. Der Kranke 
muss sich bei derselben vorwärts überbiegen und die Knoten so 
viel als möglich aus dem After heraustreiben , die hierauf mit 
einem Aufheber (erigne) gefasst, hervorgezogen und durch den 
Faden eingeschnürt werden. Nach einigen Tagen tritt Fäulniss 
des zusammengefallenen Knotens ein, den man dann mit dem 
Messer entfernt.‘ Durch die Unterbindung wird die bei der 
Ausschneidung der Hämorrhoidalknoten oft sehr lästige Blutung 
vermieden. . [Gazette meddicale de Paris, Tom. HI, :Nr. 2.} 
‘. ; H—kL 
295. Hernia oruralis; won Amussart. Ge  ishrige 
Frau hatte eine sehr grosse Hernia :cruralis, die durch die ge- 
wöhnliche‘ Taxis‘ durchaus nicht zurückzubringen war.‘ Ay.
	        
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