Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

1V. Chirurgie und Augenheilkunde: ' y 311 
Scheide in den Mastdarm gebahnt hatte; ein Vicrtel der Scheibe 
ragte frei in den Mastdarm hinein. Die Blase war unverletzt. 
Nicht ohne Schmerzen wurde der fremde Körper, um welchen 
die Scheide fest zusammengezogen war, hervorgezogen. Die 
Mastdarmfistel ist bis auf eine sehr kleine Ocffnung, aus wel- 
cher nur Gas entweicht, verheilt. [Gazette medicale de Paris, 
Tom. 11T, Nr. 6.) (H— 1.) 
290. Hodengeschwülste. DuruyrRen tadelt die Chir- 
urgen, die bei den genannten Uebeln nicht schnell genug die 
Castration vornehmen können. Nicht jede Hodengeschwulst ist 
scirrhös, sie kann auch venerisch oder scrophulös seyn. Die Dia- 
gnose der verschiedenen Arten der Hodengeschwulst wird durch 
folgende Punkte erleichtert: Die scrophulöse Geschwulst ist we- 
niger hart, als die scirrhöse, aber härter, als die entzündliche ; 
sie zeigt weder Hitze, noch Röthe, und der Kranke empfindet nur 
das Gefühl von Schwere und Anfüllung; das Zellgewebe unter 
der Haut ist gewöhnlich gesund; die Form ist in der Regel im 
Allgemeinen ungleich, unregelmässig, während bei scirrhösen 
Hoden die Geschwulst des Hoden selbst rund, die des Neben- 
hoden rauh gefunden wird; nur selten ist der Samenstrang er- 
griffen. Schreitet das Uebel fort, so bilden sich im Innern des 
Hoden weiche Stellen, die man deutlich fühlen kann. Hierauf 
zeigen sich kleine, blaue Erhabenheiten auf der Haut , die end- 
lich aufbrechen, ein wässeriges Eiter und eine käsige, gelbliche, 
breiige Masse ergiessen. Die Behandlung der scrophulösen Ge- 
schwulst erfordert. eine richtige Diäggund den Gebrauch antisero- 
phulöser Mittel, - Die Exstirpation muss unternommen werden, 
wenn die Desorganisation weit um sich gegriffen bat, wenn sich 
der Hode weich, breiig anfühlt und viele Knoten zeigt. — Bei 
den venerischen Hodengeschwülsten können die Kranken in der 
Regel keine Ursache angeben; der Hode hat weder einen Stoss, 
noch eine Reibung erlitten; die Geschwulst ist von einem Hoden 
auf den andern übergesprungen, oder hat beide zugleich ergrif- 
fen. Der Hode ist verlängert, ecylindrisch, schmerzt nicht bei der 
Berührung. Es finden sich Zeichen von Lues bei den Kranken. 
Das Uebel muss antisyphilitisch behandelt werden, [Gazetle me- 
dicale de Paris, Tom. III, Nr. 4. Vergleiche Summar. 1832. 
Nr. 69.] (H—1.) 
291. Emphysem; von DuruyTaen. Bei Brüchen der knö- 
chernen Wände der Nasen -, der Oberkiefer- und der Stirnhöh- 
len kann die ein- und ausgeathmete Luft in das benachbarte 
Zellgewebe austreten und Emphysem bewirken. — Kinem Gar- 
tenarbeiter war eine Masse Erde auf die rechte vordere Seite 
des Kopfes, des Halses und der Brust gefallen. Er empfand 
nur einen leichten Schmerz an der Nasenwurzel und war im 
Stande, seine Arbeit fortzusetzen. Nach einer Viertelstunde 
schnäuzte er sich, und sogleich bildete sich eine Geschwulst 
der linken (rechten? ?) Augenlider, die so schnell zunahm, dass
	        
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