Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

[IJ. Materia medica. und Toxikologie. 301 
278. Galmey gegen‘ confluirende Pocken; von 
GzoreE. Kin junger Meusch litt an confluirenden Pocken, die 
auf den Hüften; dem Gesässe und dem Steissbeine Geschwüre 
von 6 bis 7 Zoll im Umfange bildeten und durch ihre Kiterung 
die Kräfte sehr erschöpften. G. streute auf dieselben eine dicke 
Schicht von pulverisirtem Galmey. Nach 4 Tagen hatte sich -die 
Epidermis überall neu gebildet, und der Kranke genas schnell; 
gelbst nicht einmal eine Narbe blieb von den grossen Vereiterun- 
gen zurück, und auch keine der zahlreichen Pusteln, die in der 
Nähe jener Geschwüre gesessen, hatte eine Narbe zurückgelas- 
sen. [Aus dem Lond. med. and phys. Journ, in der Gazette 
mödicale’de Paris , Tom. IIT, Nr. 6.] ‘ (H—1) 
279. Einige‘ Bemerkungen über Schutzmittel 
zegen ansteckende Seuchen; von d. k. Russ. Staatsrath 
und Prof, HıLtTEenrRAnDr zw Moskau. Dieser Aufsatz ist durch 
die Cholerasenche veranlasst und wohl bloss in der Absicht ge- 
fertigt, die Untauglichkeit des Chlors zur Vernichtung des Cho- 
jeraansteckungsstoffes darzuthun. Um dahin zu gelangen, spricht 
Verf. von contagiöser und von miasmatischer Epidemie.‘ Gegen 
die erste sollen wir, um uns zu schützen, thätig seyn, bei der 
anderen sollen wir die Hände in den Schooss legen (sic!). Die 
Cholera gehört: zu einer ‚dritten Art von Seuchen , nämlich von 
deren contagiöser oder miasmatischer Natur man nicht überzengt 
ist, und weiche gemischt, oder beides zusammen seyn können. 
Gegen Seuchen dieser Art sind die bekannten Reinigungs- und 
Schutzmittel nicht zu verabsäumen, nämlich: (ausser den Qua- 
rantäneanstalten) das Auslüften und die Durchräucherung. Das 
beste Mittel zur Vernichtung von Krankheitsstoffen ist die reine, 
atmosphärische Luft, die, je kälter, um so reiner ist. Wo diese 
also Zutritt finden kann, soll man sie nicht durch Rauch irgend 
einer Art verunreinigen. Wenn man aber hierzu sich der Chlor- 
dämpfe bediente, so war dies ein um so grösserer Missgriff, da 
sich auch in Moskau ergeben. hat, ‚dass die Chlordämpfe: der 
Gesundheit und dem Leben gefährlich sind und auf der andern 
Seite weder schützen, noch heilen, folglich nicht reinigen und 
also keinesweges den Cholerazunder neutralisiren können. Die 
Gründe und Vermuthungen, worauf Verf. seine Meinung basirt, 
dürfen wir übergehen, und da: wir‘ rücksichtlich der Untüchtig- 
keit der Chlordämpfe zur Vernichtung des Cholerastoffes mit 
ihm völlig einverstanden sind, so erlauben wir uns nur noch die 
Frage, woher er die Hypothese, dass der Cholerastoff dem 
sogenannten Mineralreiche angehöre, hergenommen habe? Dies 
glaubt er doch nicht etwa darum, weil der Chlordampf bloss 
Thier- und Pflanzensubstanzen zerstören soll? [Horn’s Archiv, 
1831, Septbr. Octbr. S. TI — 495.] (Y—t.) 
2860. Pusteln auf der Zunge in Folge der Anwen- 
Aäung grosser Dosen von Brechweinstein bei Lun- 
renentzündungen. FıEmrne Porter zu Cork sah mehr-
	        
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