Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

„Jo 
HI. Materia medica und Toxikologie. 
275. Brechweinstein in grossen Gaben gegen 
heftige Pneumonie eines Kindes. Ein gesundes, sehr 
lebhaftes, 7jähriges Kind litt an Pneumonie der rechten. Seite 
mit gastrischen Zeichen. Am 6. Tage war nach Blutegeln und 
milden Abführmitteln .der Zustand noch nicht besser und die 
Mattigkeit gross. DuracH-LaroınTe zu Bordeaux liess daher 
2 Gran Tart. emet. in einer mit einer Unze Syr. diacod, ver- 
süssten Potion von 4 Unzen lösen und davon esslöffelweise 
hchmen; Der erste Löffel bewirkte einmaliges Brechen und 
2 Stühle, die folgenden riefen keine Ausleerungen hervor. Am 
nächsten Tage giug alles besser; man gab das Mittel fort, und 
am 12, Tage trat Reconvalescenz ein.: Im Ganzen wurden 3 
Potionen genommen. Auch später kam weder Brechen, noch 
Durchfall; ein eigentlicher Schweiss trat nicht ein, doch war 
die Haut bisweilen feucht; die Urinabsonderung zeigte. sich nicht 
merklich vermehrt; auch war dies nicht mit dem Auswurfe der 
Fall, wohl aber wurde das Auswerfen erleichtert. [v. Froriep’s 
Notizen, Nr. 104, nach Journ. de la Socicte de medec. de Bor- 
deaux.] (K—e.) 
276. Mittel gegen Zahnschmerz, welches. unmit- 
telbare Linderung bewirkt. . Wenige Leiden kommen 
häufiger vor und sind von mehr Schmerzen begleitet, als das 
erwähnte, und trotz dem sind unsere Mittel in der Regel so 
unwirksam. Das von Dr. Ryan hier mitgetheilte Mittel, wel- 
ches, wie dies so häufig geschieht, zufällig entdeckt wurde‘, ist 
die Salpetersäure. Sie hilft auf längere Zeit, oft auf Monate, 
Die beste Anwendungsart soll die seyn, dass man um eine Sonde 
Charpie wickelt, sie mit der Säure anfeuchtet und dann er- 
stere langsam und mit Vorsicht, um nicht andere Zähne oder 
eine angränzende Fleischpartie zu berühren, in die Zahnhöhle 
einbringt. Zieht man die Sonde heraus, so ist gewöhnlich aller 
Schmerz schon vorüber. Der Kranke spült sich nun. den Mund 
mit lauem Wasser aus. — Ist auch das Mittel keine Panacee 
zegen jede Art von Zahnschmerz, so ist es doch gegen die aus 
gewöhnlichen Ursachen entstehende sehr wirksam. [London med: 
und surg. Journal, 1831, Vol. . I, Nr. 37, p.6.] ) 
H—r. 
27%. Canthariden gegen Fehlgeburt.“ Eine im 
13. Jahre verheirathete Negersklavin abortirte gewöhnlich im 5. 
oder 6. Monate. Nach vielen ohne ‚Erfolg verordneten Mitteln 
gebar sie endlich, nachdem sie in 9 Jahren 11 oder 12 Mal 
abortirt hatte, einen ausgetragenen Knaben. Die Behandlung 
bestand in dieser letzten Zeit, ausser in Aderlass und Laxirmit- 
teln, bei Befolgung unbedingter Ruhe, innerlich in Canthariden- 
Hinctur, und äusserlich in einer Terpentinabkochung mit Can- 
thariden auf die Lumbargegend, um eine anhaltende Strangurie 
zu bewirken. [London med. and surg. Journal, Septbr. 1881. 
p. 231.) (H—r.)
	        
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