Full text: (Bd. 1 (Jahrg. 1832) = No 1-No 8)

296 1. Materia medica und Toxikologie. 
Mittel wurden wenig angewendet, und trugen wohl auch sehr 
wenig zur Genesung bei. Wirkliche active Congestionen nach 
Kopf und Brust gaben allerdings eine s. .g. Contraindication ge- 
gen die Benutzung der Bellad., nicht aber Jene Congestionen, 
weiche der krampfhafte Zustand bedingt und die nicht selten 
im Stad. convuls. vorkommen. Congestionen der letztern Art 
werden am sichersten durch Bellad.' gehoben. Der Arzt muss 
aber mit der Diagnose dieser Congestionen im Reinen seyn, ehe 
er die Bellad. gieht, die bei activen leicht Apoplexia sanguinea 
oder Erstickung herbeirufen kann. Gastrische und rheumati- 
sche Complicationen sind, wo sie sich zeigen, zu berücksichti- 
gen und verändern die Behandlung. Dass man übrigens den 
Keunchhusten in seinem fernern Verlaufe nicht aufhalten; son- 
dern ihn nur mindern und schneller zum Ende bringen kann, 
liegt nicht in Unvollkommenheit der Kunst, sondern. im We- 
sen und in der Bedeutung des Uebels. ; Er scheint zu den 
Ausbildungskrankheiten zu gehören und hat seinen. bestimmten 
Lebenslauf, der plötzlich vor Beendung seines Cyelus nicht auf- 
gehoben werden kann. (Zeidelo. klin. Annal., VII Bds 4. Hfl.} 
K—e. 
26%. Ueber die An wendung u, Wirk des 
Kali chlor., der salpetersanren u. salzsauren Gasar- 
ten in der Schwindsucht, Nach den Beobachtungen von Mur- 
RAXK, mitgetheilt von J. J. Il. ArBers, Privatdoc! zu Bonn. Das 
Kali chlor. soll die Stelle der Digitalis, deren Heiltugenden ein 
wenig in Schatten gestellt werden, vertreten; es soll die entzünd- 
liche Spannung im Pulse herabsetzen und die Häufigkeit desselben 
vermindern, ohne den Kräftezustand zu beeinträchti- 
gen, Nach Cnavssier’s Weise werden 4 Drachmen dieses Salzes 
in 24 Esslöffel Wasser aufgelöst und davon 4 Tage nach einander 
3 Esslöffel des Morgens und Abends genommen. Ks kommt also 
auf jeden Tag eine Drachme; bei Kindern weniger. .. Auf solche 
Weise sind Entzündungsfieber, Croup (nach vorausgegangenen 
Brechmitteln), Hämorrhagien, Torpidität der Leber, Cynanche 
fonsillaris, chronische Katarrhe geheilt worden. — Die Entwi- 
ckelung des salzsauren Gases aus oxydirtem Manganesium 
vermittelst‘ der Salzsäure ist die gewöhnliche, Der Kranke be- 
giebt sich, nachdem er seinen metallischen Schmuck abgelegt hat, 
täglich 5— 6 Mal in eine mit diesem Gase geschwängerte Atmos- 
phäre, und bleibt in derselben so lange (2—3 Minuten), als kein 
Schmerz oder Druck auf die Brust „ kein Husten oder andere Zei- 
chen von Lungenreizung eintreten. Der gute Erfolg wird durch 
mehrere Krankheitsgeschichten bestätigt. Auch (freilich gesunde) 
Bleicher und andere Menschen sollen unter der Einwirkung des 
salzsauren Gases ein hohes Alter erreicht haben. Ganz denselben 
Erfolg gab das unter gleichen Cautelen angewendete salpeter- 
saure Gas, wobei wir nur nur noch bemerken wollen, dass 1— 
2 Unzen Acid. nilr, fumuntis in ein Glas mit weiter Oeffnung ge-
	        
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